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Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet
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Das NATO-Land Türkei ist in Syrien eingefallen.

250 Menschen protestierten am 11.10.19 in Oberhausen
Die Erklärung der RIR gegen den Angriff der Türkei auf Rojava findest du unter International ....zum Artikel
 

Bundestagswahl 2017 Ein Riesenruck nach rechts ....zum Artikel


 
Deutsche Waffen und türkische Truppen raus aus Afrin!
Erdogan will das revolutionäre, basisdemokratische Afrin zerschlagen. Deutschland leistet der Türkei politische und militärische Schützenhilfe. .....zum Artikel 



Konferenz der DKP für die 30-Stunden-Woche am 4.11.2017 in Essen.........zum Bericht






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Kommunalwahlen im Ruhrgebiet
Zu den Kommunalwahlen am 13.9.2020 im Ruhrgebiet waren 3.979.000 Menschen in elf Städten und vier Landkreisen aufgerufen. 1.850.000 Menschen wählten gültig. Trotz der 16- und 17jährigen ErstwählerInnen nahm die Beteiligung leicht ab. Viele von ihnen waren stolz, zum ersten Mal wählen gehen zu dürfen und als Erwachsene behandelt zu werden.

Politische Auswirkungen der Klimakatastrophe
Politisch war die Kommunalwahl in der größten Metropole Deutschlands hauptsächlich von der Klimadebatte, nicht von der Corona-Pandemie geprägt. Wo die meisten WählerInnen ArbeiterInnen und Angestellte sind, verlor die SPD massiv Unterstützung. Neue WählerInnen gewannen die Grünen, aber auch die AfD.


Neoliberalismus
Nach wie vor sind SPD, CDU und Grüne im Kern neoliberal. Das wird bald offensichtlich werden, wenn sie die Krisenlasten auf die ArbeiterInnenklasse abwälzen. Trotz massiver Entlassungen in vielen Betrieben ist der neoliberale Block (einschließlich der AfD und der FDP) politisch unangefochten. Von SPD bis AfD gewannen die neoliberalen Parteien insgesamt 47.000 WählerInnen. Eine politische Krise des Kapitalismus sieht anders aus.

Beruhigungsspritzen
Es ist einzuwenden, dass CDU und SPD aktuell keine neoliberale, sondern eine keynesianistische Politik machen. Hunderte Milliarden Euro Investitionen für Corona-Krisen-Programme und für den ökologischen Umbau der Industrie durch eine bürgerliche Reform von oben sind mehr, als vor der Pandemie die Partei Die Linke jemals gefordert hatte. Mit den Geldern sollen nicht nur Großkapitalisten, kleine Selbstständige, sondern auch die ArbeiterInnenklasse beruhigt werden. Die Kommunalwahlen zeigen, dass es (vorerst) funktioniert. Ohne die Konjunktur- und Krisenprogramme wären die Verluste des neoliberalen Blocks – besonders der SPD – erheblich höher ausgefallen.
Das politische Personal der Bourgeoisie verteidigt die kapitalistischen Klasseninteressen sehr geschickt. Das zeigte sich in der Weltwirtschaftskrise 2007/2008, das zeigt sich heute. Die zahlreichen bürgerlichen Wählerlisten sind Indizien für die politische Gärung im Kleinbürgertum (85.000 WählerInnen). Doch konnten sie örtlich genau so wenig punkten wie Die Partei (21.953 WählerInnen; Piraten 6.469 WählerInnen -26.477).

Die Sozialdemokratie 
Die SPD hat viele WählerInnen verloren (-160.000). Ein Teil von ihnen sind direkt zur AfD übergelaufen, was Bände über den (anti)rassistischen Diskurs in der Sozialdemokratie spricht. Aber nach wie vor hat sie im Ruhrgebiet die meisten WählerInnen (567.000).
Der Verlust vieler Mandate verurteilt diese parlamentarische Partei zur Dauerkrise. Denn sie verliert auch Einfluss in den Stadtverwaltungen. Die Personaldecke der SPD wird dünner. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Sozialdemokratische Partei in zwei Städten, die die gleichen Probleme haben, sich in Herne halten konnte, während sie in Gelsenkirchen massive Verluste einfuhr?
Zwar sind linke Hoffnungen auf einen Zusammenbruch der SPD fehl am Platz. Aber die Partei, der die ArbeiterInnenklasse HartzIV und die Rente mit 67 zu verdanken hat, hat ihre politische Hegemonie im Revier verloren.

Die modernste kapitalistische Partei
Die Grünen haben das modernste bürgerliche Programm zu einer ökologischen Umgestaltung des Kapitalismus. Obwohl es CDU und SPD sind, die die Industrie klimaneutral umgestalten wollen, wird dies von vielen WählerInnen als Erfolg der Grünen betrachtet.
Besonders die 16 bis 24jährigen WählerInnen sind stark beeinflusst von der Debatte, die Fridays for Future über die Klimakatastrophe in der Gesellschaft angestoßen hat. Unter SchülerInnen und StudentInnen gelten die Grünen als ´modern`.  Von den 16 – 24Jährigen wählten in Dortmund: 42% Grüne, 19% SPD, 10 % CDU, 8% Linke, 8% FDP, 6% Die Partei, nur 2% AfD. Dieser Trend wird auch Auszubildende und jugendliche Erwerbstätige erreichen.

Staatlich geförderter Rassismus
Der Rassismus der AfD wird von 127.000 WählerInnen unterstützt. Er wird nun in den Kommunen mit staatlichen Geldern gefördert und sich weiterverbreiten, da die AfD in fast allen Kommunalparlamenten im Ruhrgebiet vertreten ist. Sie bekommt dadurch ein größeres politisches Echo und eine feste organisatorische Basis. So funktioniert das kapitalistische System. Doch noch muss die AfD überall im Ruhrgebiet ihre Plakate besonders hoch hängen, weil sie sonst zerstört werden.
Die faschistische NPD bekam ein paar Hundert Stimmen. Einige Tausend ihrer früheren WählerInnen wechselten zur AfD. Die Gewinne der AfD sind die Krise der NPD. Die faschistische Die Rechte bekam 2.852 Stimmen, wobei sie in Dortmund WählerInnen gewann und ihr Mandat halten konnte. Sie versucht, sich über eine Wahlbeteiligung organisatorisch aufzubauen, um sich bei einem Ausschluss des Höcke-Flügels aus der AfD als faschistische Alternative anzubieten.

Und die linken Parteien?
Für die Partei Die Linke stimmten im Revier 71.000 WählerInnen. Damit hat sie ein Drittel ihrer WählerInnen verloren (- 33.000). Das ist viel. Im Kampf gegen die Klimakatastrophe steht Fridays for Future weltweit an der Spitze der Bewegung, so wie Black Lives Matter an der Spitze der antirassistischen Bewegung steht – und nicht etwa die ArbeiterInnenklasse. Die Linke läuft nur mit.
Dazu kommen organisatorische Defizite. In dreizehn Jahren politischer Arbeit hat es Die Linke nur in wenigen Ausnahmefällen geschafft, Stadtteilgruppen aufzubauen. Selbst im Ruhrgebiet ist die Linkspartei stark akademisch geprägt. Obwohl sie genug AktivistInnen mit Migrationshintergrund aus der ArbeiterInnenklasse hat, ist es ihr nie gelungen, in Betrieben eine sichtbare politische Arbeit aufzunehmen und sich dort als Partei zu verankern. Das war aber auch nie ihre Absicht.
Eine Ruhrgebietsstruktur der Linken gibt es nicht. So wird der starke Rückgang der Wahlunterstützung ausgeblendet. Man ist zufrieden, wieder in den einzelnen Stadträten vertreten zu sein. Hier zeigen sich die politischen Folgen der polyzentrischen Struktur des Ruhrgebiets.
Die DKP hielt ihre Unterstützung und Mandate in Bottrop. Die Soziale Liste verlor leider Stimmen und ihr Mandat in Bochum. Die MLPD-nahen AUF-Listen wollten sich auf Bergarbeiter stützen. Doch im Zeichen der Klimakatastrophe sind die Zechen dicht. AUF-Listen kandidierten nicht mehr in Essen und Mülheim, aber in Gelsenkirchen und in den Bergarbeiterkommunen Bergkamen und Neukirchen-Vluyn. Für sie stimmten ca. 2.500 WählerInnen. Das waren ca. 1.500 WählerInnen weniger als für die AUF-Listen bei der Kommunalwahl davor.
Es ist schon des Nachdenkens wert: Die linken Parteien und Organisationen verlieren unter den Bedingungen einer scharfen Corona-Krise mit Massenentlassungen und vor einer drohenden Klimakatastrophe an Zustimmung in der ArbeiterInnenklasse.

RIR, Duisburg, 26.09.2020


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Cholera in Paris
Ich rede von der Cholera, die hier herrscht…

Man hatte jener Pestilenz um so sorgloser entgegengesehen, da aus London die Nachricht angelangt war, daß sie verhältnismäßig nur wenige hingerafft. Es schien anfänglich sogar darauf abgesehen zu sein, sie zu verhöhnen, und man meinte, die Cholera werde ebensowenig wie jede andere Reputation sich hier in Ansehen erhalten können. Da war es nun der guten Cholera nicht zu verdenken, daß sie aus Furcht vor dem Ridikül zu einem Mittel griff, das schon Robespierre und Napoleon als probat befunden, daß sie nämlich, um sich in Respekt zu setzen, das Volk dezimiert. Bei dem großen Elende, das hier herrscht, bei der kolossalen Unsauberkeit, die nicht bloß bei den ärmeren Klassen zu finden ist, bei der Reizbarkeit des Volks überhaupt, bei seinem grenzenlosen Leichtsinne, bei dem gänzlichen Mangel an Vorkehrungen und Vorsichtsmaßregeln, mußte die Cholera hier rascher und furchtbarer als anderswo um sich greifen. Ihre Ankunft war den 29. März offiziell bekanntgemacht worden, und da dieses der Tag des Micarême und das Wetter sonnig und lieblich war, so tummelten sich die Pariser um so lustiger auf den Boulevards, wo man sogar Masken erblickte, die in karikierter Mißfarbigkeit und Ungestalt die Furcht vor der Cholera und die Krankheit selbst verspotteten. Desselben Abends waren die Redouten besuchter als jemals; übermütiges Gelächter überjauchzte fast die lauteste Musik, man erhitzte sich beim Chahût, einem nicht sehr zweideutigen Tanze, man schluckte dabei allerlei Eis und sonstig kaltes Getrinke - als plötzlich der lustigste der Harlekine eine allzu große Kühle in den Beinen verspürte und die Maske abnahm und zu aller Welt Verwunderung ein veilchenblaues Gesicht zum Vorschein kam. Man merkte bald, daß solches kein Spaß sei, und das Gelächter verstummte, und mehrere Wagen voll Menschen fuhr man von der Redoute gleich nach dem Hotel Dieu, dem Zentralhospitale, wo sie, in ihren abenteuerlichen Maskenkleidern anlangend, gleich verschieden. Da man in der ersten Bestürzung an Ansteckung glaubte und die älteren Gäste des Hotel Dieu ein gräßliches Angstgeschrei erhoben, so sind jene Toten, wie man sagt, so schnell beerdigt worden, daß man ihnen nicht einmal die buntscheckigen Narrenkleider auszog, und lustig, wie sie gelebt haben, liegen sie auch lustig im Grabe…
Da kollidierte man zuerst mit den Interessen einiger Tausend Menschen, die den öffentlichen Schmutz als ihre Domäne betrachten. Diese sind die sogenannten Chiffonniers, die von dem Kehricht, der sich des Tags über vor den Häusern in den Kotwinkeln aufhäuft, ihren Lebensunterhalt ziehen. Mit großen Spitzkörben auf dem Rücken und einem Hakenstock in der Hand schlendern diese Menschen, bleiche Schmutzgestalten, durch die Straßen und wissen mancherlei, was noch brauchbar ist, aus dem Kehricht aufzugabeln und zu verkaufen. Als nun die Polizei, damit der Kot nicht lange auf den Straßen liegen bleibe, die Säuberung derselben in Entreprise gab, und der Kehricht, auf Karren verladen, unmittelbar zur Stadt hinausgebracht ward aufs freie Feld, wo es den Chiffonniers freistehen sollte, nach Herzenslust darin herumzufischen, da klagten diese Menschen, daß sie, wo nicht ganz brotlos, doch wenigstens in ihrem Erwerbe geschmälert worden, daß dieser Erwerb ein verjährtes Recht sei, gleichsam ein Eigentum, dessen man sie nicht nach Willkür berauben könne. Es ist sonderbar, daß die Beweistümer, die sie in dieser Hinsicht vorbrachten, ganz dieselben sind, die auch unsere Krautjunker, Zunftherren, Gildemeister, Zehntenprediger, Fakultätsgenossen und sonstige Vorrechtsbeflissene vorzubringen pflegen, wenn die alten Mißbräuche, wovon sie Nutzen ziehen, der Kehricht des Mittelalters, endlich fortgeräumt werden sollen, damit durch den verjährten Moder und Dunst unser jetziges Leben nicht verpestet werde. Als ihre Protestationen nichts halfen, suchten die Chiffonniers gewalttätig die Reinigungsform zu hintertreiben; sie versuchten eine kleine Konterrevolution, und zwar in Verbindung mit alten Weibern, den Revendeuses, denen man verboten hatte, das übelriechende Zeug, das sie größtenteils von den Chiffonniers erhandeln, längs den Kais zum Wiederverkaufe auszukramen. Da sahen wir nun die widerwärtigste Emeute - die neuen Reinigungskarren wurden zerschlagen und in die Seine geschmissen; die Chiffonniers verbarrikadierten sich bei der Porte St. Denis; mit ihren großen Regenschirmen fochten die alten Trödelweiber auf dem Chatelet; der Generalmarsch erscholl…
Als die Emeute der Chiffonniers durch bewaffnete Macht gedämpft worden, da vernahm man plötzlich das Gerücht, die vielen Menschen, die so rasch zur Erde bestattet würden, stürben nicht durch eine Krankheit, sondern durch Gift. Gift, hieß es, habe man in alle Lebensmittel zu streuen gewußt, auf den Gemüsemärkten, bei den Bäckern, bei den Fleischern, bei den Weinhändlern. Je wunderlicher die Erzählungen lauteten, desto begieriger wurden sie vom Volke aufgegriffen. …
Die armen Leute wagten weder zu essen noch zu trinken und rangen die Hände vor Schmerz und Wut. Es war, als ob die Welt unterginge. Besonders an den Straßenecken, wo die rotangestrichenen Weinläden stehen, sammelten und berieten sich die Gruppen, und dort war es meistens, wo man die Menschen, die verdächtig aussahen, durchsuchte, und wehe ihnen, wenn man irgendetwas Verdächtiges in ihren Taschen fand! Wie wilde Tiere, wie Rasende fiel dann das Volk über sie her. Sehr viele retteten sich durch Geistesgegenwart; viele wurden durch die Entschlossenheit der Kommunalgarden, die an jenem Tage überall herumpatrouillierten, der Gefahr entrissen; andere wurden schwer verwundet und verstümmelt; sechs Menschen wurden aufs unbarmherzigste ermordet….
Des andern Tags ergab sich aus den öffentlichen Blättern, daß die unglücklichen Menschen, die man so grausam ermordet hatte, ganz unschuldig gewesen, daß die verdächtigen Pulver, die man bei ihnen gefunden, entweder aus Kampfer oder Chlorüre oder sonstigen Schutzmitteln gegen die Cholera bestanden, und daß die vorgeblich Vergifteten ganz natürlich an der herrschenden Seuche gestorben waren…
Eine Totenstille herrscht in ganz Paris. Ein steinerner Ernst liegt auf allen Gesichtern. Mehrere Abende lang sah man sogar auf den Boulevards wenig Menschen, und diese eilten einander schnell vorüber, die Hand oder ein Tuch vor dem Munde.

Heinrich Heine, Cholera in Paris, in: Europäischer Bilderbogen, Französische Silhouetten, Hamburg 1946 (Bürgerkönigtum 1832).



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Rede beim Kurdischen Frauenforum
Freiheit für Grup Yorum!
Grup Yorum wurde 1985 in Istanbul gegründet. Ihr erstes Konzert soll nur eine Minute gedauert haben. Als die Sängerin auf Kurdisch sang, wurde die Musikgruppe auf der Bühne verhaftet und kam ins Gefängnis. Grup Yorum und ihre Mitglieder haben bisher über 400 Strafverfahren bekommen. Für die Erdogan-Regierung sind es keine Musiker, sondern Terroristen. Grup Yorum veranstaltete früher jedes Jahr in Istanbul ein „Volkskonzert“. Der Eintritt war frei. 2014 kamen 1 Millionen Besucherinnen und Besucher zum Konzert.
In der Türkei verbot die Erdogan-Regierung nach dem Putschversuch 2016 alle Konzerte von Grup Yorum. Andauernd wurden ihr Kulturzentrum in Istanbul, wo die Musikgruppe probt, durchsucht. Die Bandmitglieder wurden festgenommen. Bei einer Festnahme wurde der Geigerin der Arm gebrochen. Der Sängerin wurde das Trommelfell zerschlagen.
In Europa ist Grup Yorum schon öfters aufgetreten. Ihre Konzerte waren immer ausgebucht. Am 14. November 2015 wollte die Musikgruppe in der Arena Oberhausen ein Konzert gegen Rassismus geben. Kurz vorher verbot die Bundesregierung 11 Musikerinnen und Musikern von Grup Yorum die Einreise. Sie standen auf der Schengenliste und unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.
Am 16. Mai 2019 traten in der Türkei Musikerinnen von Grup Yorum, die im Gefängnis saßen, in den Hungerstreik. Sie protestierten gegen ihre Haft und das Konzertverbot. Helin Bölek und Ibrahim Gökçek wollten bis zu ihrem Tode fasten.
Am 3. April 2020 starb Helin Bölek am 288. Tag des Hungerstreiks. Nach 322 Tagen beendete Ibrahim Gökçek seinen Hungerstreik. Er starb zwei Tage später am 7. Mai. Bei der Beerdigung ging die Polizei mit Gewalt vor.
Wir werden Helin Bölek und Ibrahim Gökçek und ihre Musik immer in unseren Herzen behalten.
Wir fordern die Freilassung der 5 verhafteten Musiker von Grup Yorum.
Wir fordern von der türkischen Regierung die Erlaubnis für Grup Yorum, öffentliche Konzerte geben zu dürfen.
Wir fordern die Bundesregierung auf, alle Konzerte von Grup Yorum in Deutschland zu erlauben und ihre Musikerinnen und Musiker einreisen zu lassen.

Leyla, Duisburg 03.06.2020



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Corona-Pandemie
Wer demonstriert und wer noch nicht demonstriert
Von München bis Hamburg, von Dortmund bis Berlin gehen einige zehntausend Menschen auf die Plätze.
Sie demonstrieren ohne Masken, halten sich nicht an Abstandsregeln. Sie wollen zurück zu ihrem gewohnten Alltag. BesitzerInnen von Restaurants und Kosmetikstudios mischen sich mit ImpfgegnerInnen, EsoterikerInnen, Verschwörungsspinnern, Konservativen, AfDlern und Neonazis. Einige Linke, die anfangs dabei waren, spielen kaum noch eine Rolle. Überwiegend gehören die Demonstrierenden zur mittleren und älteren Generation. SchülerInnen sind dort kaum zu finden.

Das Kleinbürgertum radikalisiert sich
2008 hatten wir die 25. Überproduktionskrise des Kapitalismus. Banken brachen zusammen, Aktienkurse stürzten ab. Auch kleine Sparer verloren ihre Anlagen. Das Kleinbürgertum war tief erschüttert. Seitdem herrscht dort Angst - die Angst vorm Teilen. Die Spießbürger wollen nichts an die EU oder Griechenland abgeben. Sie wollen nicht mit Flüchtlingen teilen. Sie misstrauen dem Staat, nicht weil er so bürgerlich ist wie sie, sondern weil er zu viel an andere abgibt. Das hält sie aber nicht davon ab, Coronahilfen anzunehmen und noch mehr zu fordern.
Geprägt vom Neoliberalismus verinnerlichten sie den Rückzug des bürgerlichen Staates aus der allgemeinen Daseinsvorsorge z.B. aus Schule, Gesundheitswesen, Post oder Bahn. Die allgemeine Kultur der Konkurrenz prägt ihr Bewusstsein. Wenn jetzt der Absatz der Warenproduktion stockt, dann ist für den Kleinbürger die menschliche Freiheit und die individuelle Unabhängigkeit gefährdet. Er kommt nicht damit klar, wenn der bürgerliche Staat gegen die Pandemie eingreift und Menschen kollektiv Solidarität praktizieren. Jeder Demonstrant hat seine eigene Begründung, unter Berufung auf das Grundgesetz staatliche Regeln abzulehnen. Der Kern der Kritik ist individualistisch, neoliberal, reaktionär. Von links ist daran nicht anzuknüpfen.

Verschiedene Spezies
Eine ihrer Hochburgen ist Stuttgart, wo einst der Philosoph geboren wurde, für den die wahre Gestalt der Wahrheit das wissenschaftliche System derselben war. Wer wissen will, was heute wissenschaftlich ist, braucht nur auf die SchülerInnen von Fridays for Future zu schauen. Sie können mit ihrem Fachwissen, ihren Analysen und Argumenten zur Klimakatastrophe jeden Politiker und jede Politikerin in die Ecke diskutieren. DemonstrantInnen gegen die Klimakatastrophe und DemonstrantInnen gegen die Corona-Regeln haben nicht nur unterschiedliche Meinungen, Haltungen und Weltanschauungen. Selbst wenn sie aus dem gleichen Haus kommen, gehören sie zu verschiedenen Spezies. Bringen sich hier die Alten gegen ihre Kinder oder die Jungen gegen ihre Eltern in Stellung?

Wer noch nicht auf der Straße ist
Die babylonische Verwirrung in den Köpfen der DemonstrantInnen gegen die Corona-Regeln hat auch damit zu tun, dass andere nicht auf die Plätze gehen. Nur wenige Pflegekräfte protestieren für mehr Lohn, für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Arbeitssicherheit. FahrerInnen blockieren keine Straßen gegen die Ausquetschung durch die Logistikunternehmen. VerkäuferInnen schließen nicht die Kassen für höhere Löhne und besseren Arbeitsschutz. Servicekräfte und KöchInnen protestieren nicht für ein existenzsicherndes Kurzarbeitergeld. Schlachter gehen nicht für bessere Arbeits- und Wohnbedingungen, Festeinstellungen und höhere Entgelte auf die Barrikaden. Stahlarbeiter demonstrieren nicht für ihre Arbeitsplätze. Lohnabhängige fordern nicht auf öffentlichen Kundgebungen 100 % Kurzarbeitergeld. Die ArbeiterInnenklasse protestiert nicht gegen Corona-Hilfen an DAX-Konzerne, die den Aktionären Dividenden versprechen, Aktien zurückkaufen, kaum Steuern zahlen oder Pandemie und Einschränkungen nutzen, um Beschäftigte zu entlassen. Sie alle kämpfen nicht, noch nicht, aber hoffentlich bald.

Der Verzicht der Gewerkschaften
Die Gewerkschaftsbürokratie verzichtete am 1. Mai auf ihre Kundgebungen. Den öffentlichen Raum überlässt sie der bürgerlichen Politik, das Demonstrieren dem Spießbürgertum. Das System der Sozialpartnerschaft, das in der Corona-Krise zwischen den Kapitalisten, ihren PolitikerInnen und den Gewerkschaften mit Hunderten von Milliarden Euro erneuert wurde, beruht ja auf dem Verzicht der Gewerkschaftsbürokratie, die Lohnabhängigen für ihre Klasseninteressen zu mobilisieren.

Erste Zeichen
Erste Gegenkundgebungen sind ermutigend. Ermutigender wäre es, ginge Fridays for Future wieder auf die Straße, damit nach Corona in der Klimapolitik nicht wieder alles wie vor Corona wird. Am ermutigendsten ist, wenn die Lohnabhängigen für ihre Klasseninteressen zu kämpfen beginnen.

RIR 29.05.2020


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Solidarität mit unseren Kollegen von Thyssenkrupp in Lütringhausen
Arbeitsplatzvernichtung ist nicht „unausweichlich“, Herr Kroos!
Das de facto Demonstrations- und Kundgebungsverbot wegen der Corona-Pandemie wird vom Vorstand von Thyssenkrupp auf skandalöse Weise ausgenutzt.
Nachdem Frau Merz und IGM-Burkhard das AUS für Grobblech (800 Arbeitsplätze) bei Thyssenkrupp Steel in DU-Hüttenheim beschlossen haben, verkünden sie nun: AUS für 330 KollegInnen bei Thyssenkrupp Federn in Lütringhausen / Olpe. Die restlichen Aufträge sollen die KollegInnen in Ruhe bis Ende 2021 abarbeiten, bis die Arbeitsplätze weg sind und das Werk geschlossen wird. Ein Herr Dr. Kroos vom Business Area Automotive Technology versucht uns das AUS als „unausweichlich“ und „richtig“ darzustellen. „Richtig“ ist das nur nach der Profit-Logik der Kapitalisten, nicht für das Leben der ArbeiterInnen und Angestellten.

Thyssenkrupp will mehr Profit
Die Aufhebung des Artikel 8 Grundgesetz darf nicht dazu führen, dass Arbeitsplatzvernichtung und Werkschließungen ohne die Möglichkeit zur Gegenwehr durchgezogen werden. Genau das passiert bei Thyssenkrupp Federn: Insgesamt 490 Arbeitsplätze sollen vernichtet werden, davon 160 am Standort Hagen (von 400). Dort soll die Produktion von Federn und Stabilisatoren künftig konzentriert und automatisiert werden. Der TK-Vorstand will höhere Marktanteile und Profite erzielen.

Das ist eure Mitbestimmung?
Die Art des Vorstands von Thyssenkrupp, den KollegInnen die Werkschließung zuerst über eine Pressemitteilung bekannt zu machen, bevor sie es von ihrer Geschäftsführung erfahren, straft alle Sprüche über Mitbestimmung Lügen. Wer bezweifelt noch, dass das Klassenkampf von oben ist? Und in diesem Vorstand sitzt ein IG-Metaller als Arbeitsdirektor!

Die passende Antwort an Kroos
Der Artikel 8 Grundgesetz garantiert das Recht auf Versammlungsfreiheit. Dieser Artikel ist wegen der Corona-Pandemie weitgehend außer Kraft gesetzt. Größere Demonstrationen und Kundgebungen werden vom kapitalistischen Staat nicht erlaubt. Am 1. Mai findet auch in Olpe keine DGB-Kundgebung statt, wo unsere KollegInnen für ihre Arbeitsplätze demonstrieren könnten.
Der geplante Abbau muss solange auf Eis gelegt werden, bis Versammlungen und Kundgebungen nach Artikel 8 wieder erlaubt sind!
Nur der Tod ist „unausweichlich“, Herr Kroos! Alles andere ist von Menschen gemacht und veränderbar. In diesem Sinne:
Wer bei TK in Lütringhausen arbeiten darf, darf auch die Werkstore besetzen!

RIR zum 1. Mai 2020


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1. Mai 2020
Spenden wir Vio.Me einen Generator!


Seit nunmehr 7 Jahren haben die Arbeiter*innen von Vio.Me ihre Fabrik rückerobert. Sie haben sich in Selbstverwaltung ohne Bosse organisiert und mit gleichen Löhnen und Jobrotation gearbeitet. Damit sind sie nicht nur in Griechenland zu einem Leuchtturmprojekt für Arbeiterselbstverwaltung und Rückeroberung von Betrieben geworden.
Nun nutzte die Mitsotakis-Regierung die Coronakrise und den von ihr selbst ausgerufenen „Kriegszustand“, um Vio.Me in die Knie zu zwingen. Am 30.3. hat die staatliche Stromgesellschaft DEI die Energieversorgung abgestellt. Nur mithilfe von geliehenen Generatoren kann die Belegschaft ein Minimum an Produktion aufrechterhalten.
Deshalb rufen die Arbeiter*innen von Vio.Me dazu auf, ihnen bei der Anschaffung eines Bio-Diesel Generators zu helfen. Denn “die Produktion, die uns am Leben hält, darf keine Minute unterbrochen werden“, appellieren sie an die internationalen solidarischen Unterstützter*innen. Daneben kann man jetzt vermehrt Vio.Me-Produkte kaufen, u.a. zur Belieferung der Flüchtlingslager in Griechenland.
Mit vielen anderen, in Griechenland und international, haben wir das Vio.Me-Projekt solidarisch unterstützt, z. B. mit der Sammlung für einen Autotransporter.
Die Anschaffung dieses Generators ist nach Absprache mit Vio.Me jetzt das Wichtigste. Wir rufen deshalb zur Unterstützung und Verbreitung dieses Aufrufs auf.
Griechenland Solidaritätskomitee Köln (gskk.org)

Spenden auf das Konto:
Manfred Neugroda
Santander Consumerbank
IBAN: DE65 500 333 00 2173854100
BIC: SCFEDE33XXX
Kennwort: viome

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Corona-Virus
Wir brauchen ein staatliches Gesundheitssystem!

Der Corona-Virus breitet sich rapide in der Welt aus. Wie viele Schutzmasken gibt es für sieben Milliarden Menschen auf der Erde, wenn nicht einmal im reichen Deutschland genug für PflegerInnen und ÄrztInnen da sind? Wie viele Betten gibt es für die weltweit schwer Erkrankten, wenn sie im reichen Italien fehlen? Wie viele Beatmungsgeräte gibt es für sieben Milliarden Menschen, wenn sie in den reichen USA nicht ausreichen? Und wie viele Tests gibt es für sieben Milliarden Menschen, wenn sie schon im reichen Spanien vermisst werden? Milliarden Menschen, besonders die Ärmsten der Armen, sind dem Corona-Virus hilflos ausgeliefert.

RIR, 28.03.2020

Forderung der in ver.di organisierten KollegInnen der Uniklinik Essen (UKE) 
während des beispielhaft geführten Tarifstreiks 2017.


Unsere Einschätzung der Corona-Krise findest du hier:





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Macron knickt ein
Rente mit 64 weggestreikt!
 Die Arbeiterklasse in Frankreich hat einen wichtigen Sieg errungen. Sie stoppte die Rentenpläne von Staatschef Macron.
 
Macron wollte das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 Jahre erhöhen. Dagegen streikten die KollegInnen in den besonders belasteten Berufsgruppen Nahverkehr, U-Bahn, Transport, außerdem die Anwälte und andere. Lokführer können bisher mit 52 in Rente gehen, nach Macron erst mit 60 Jahren. Das war ein Generalstreik im Öffentlichen Dienst. Als nach dem Jahreswechsel die Streiks weitergingen, knickte Macron ein. Die Rentenpläne liegen vorläufig auf Eis.
 
Kein Streikgeld
Auf den Klassenkampf von oben antworteten die ArbeiterInnen mit dem Klassenkampf von unten. Die Streiks dauerten vom 5. Dezember bis 12. Januar. Für die bis zu 39 Tage bekamen die Streikenden kein Streikgeld. Doch die Lohnabhängigen kämpften und siegten.
Nur 8 % der Lohnabhängigen sind in Frankreich gewerkschaftlich organisiert. Gegen die Regierung haben sich die Gewerkschaften als nützliches Instrument erwiesen. Das wird Tausende überzeugen, in die Gewerkschaften einzutreten. Das wird die ArbeiterInnen und Angestellten in ganz Europa ermutigen, gegen ähnliche Pläne Widerstand zu leisten.
 
Renteneintritt mit 69?
Trotz Massenentlassungen fehlen den Kapitalisten in Deutschland bis 2030 drei Millionen Fachkräfte. Deshalb will die bürgerliche Regierung CDU/CSU-SPD das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre anheben. Gegen diesen Vorschlag der Bundesbank gab es bisher in keinem einzigen Betrieb einen Streik.
Die reichen Männer am Starnberger See werden im Schnitt 81,3 Jahre alt. Malocher aus Gelsenkirchen werden durchschnittlich 75,2 Jahre alt. In Deutschland hängt das Leben davon ab, zu welcher sozialen Klasse man gehört.
Leben wir, um zu arbeiten? Oder arbeiten wir, um zu leben? Wir müssen kämpfen, wenn wir ein paar Jahre mehr von unserer Rente haben wollen!

    
So...                          oder...                       so!


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Gemeinsam kämpfen!
Dienstag, 3. Dezember: 5000 Stahlarbeiter verschiedener Stahlbereiche von Thyssenkrupp Steel demonstrieren vor Tor 1 in Hamborn-Beeckerwerth.


Mittwoch, 4. Dezember: 1500 KollegInnen von TK Elevator, davon viele aus Süddeutschland, protestieren vor dem  Hauptquartier des Thyssenkrupp-Konzerns in Essen.


Kritik am Kapitalismus
Erfrischend war die Kundgebung der KollegInnen von Elevator vor dem Thyssenkrupp-Hauptquartier in Essen. Nachdem schon zuvor ein Redner den Kapitalismus angeprangert hatte, kritisierte eine Rednerin scharf den „kapitalistischen Scheiß“, der Beschäftigte zum Spielball von Finanzinvestoren macht. Sie setzte auf Distanz zum Kapital: "Ob wir bei einem Finanzinvestor landen oder einem Wettbewerber - beide sind nicht unsere Freunde". Dagegen kamen die Redner vor Tor 1 in Hamborn nicht über die oft gehörte Kritik an den Machenschaften der Manager hinaus.

Belagern wir das Hauptquartier
Vor allem wurde den Beschäftigten von Elevator aufgezeigt, wie ihr Kampf weitergehen kann. Die Rednerin appellierte nicht nur an die Bereitsschaft der KollegInnen, wieder vors Hauptquartier zu ziehen. „Aber wenn wir wiederkommen, dann bleiben wir auch!“, rief sie und: „Dann werfen wir die Brocken hin“. Von einer kämpferischen Perspektive war in Hamborn nichts zu hören. Immerhin setzten am 5. Dezember die KollegInnen aus Hüttenheim mit einem spontanen Streik gegen die Schließungsabsichten ein Zeichen. Das ist ermutigend für einen gemeinsamen Kampf aller KollegInnen aus allen Sparten.

Magere Ergebnisse
Weder die Beschäftigten von TK Steel noch die von TK Elevator wissen nach Kundgebungen und Aufsichtsratssitzungen viel mehr über ihre Zukunft: Bei Elevator sollen Tarifbindungen und Mitbestimmung auch bei einem Verkauf oder Börsengang erhalten bleiben, Betriebsräte und IG Metall eingebunden werden. Bei Steel wird die Beschäftigungsgarantie um drei, maximal sechs Monate verlängert.

Unsicherheit wächst
Bei Steel benannte der Vorstand das Grobblechwerk in Hüttenheim (800 KollegInnen), das Warmbandwerk Wattenscheid-Höntrop (600 KollegInnen) und das Elektro Stahl Werk Bochum (460), die einer Restrukturierung ganz oder teilweise geopfert werden sollen. Das wäre allein in Bochum knapp die Hälfte von 2300 Arbeitsplätzen. Wird der Stahlbereich organisatorisch in zwei Einheiten gespalten (HB 06.12.19), dann könnten diese Werke ausgegliedert und abgehängt werden.
Damit würde der TKS-Vorstand die Stahlarbeiter spalten. Das muss verhindert werden.

IGM-Bürokraten scharf auf Verkauf
Wie weit die IG Metall-Bürokratie heruntergekommen ist, zeigte ihr Stahl-Flyer. Dort heißt es: „thyssenkrupp will die profitable Aufzugssparte verkaufen. Aktionäre sind scharf auf dieses Geld. Der Erlös aus dem Verkauf von Elevator wird für den Konzernumbau dringend benötigt. Für Arbeitsplätze und Standorte. Für eine Produktion, die Zukunft hat“.
Wenn der ehemalige IGM-Vorsitzende Wetzel auf der Kundgebung in Duisburg, die fehlenden Investitionen im Stahlbereich anprangerte; wenn nach der Aufsichtsratssitzung der IGM-Bezirksleiter Giesler kritisierte, 570 Mio. Euro jährliche Investitionen würden nicht reichen; wenn der BR-Vorsitzende Nasikkol auf der Betriebsversammlung warnte, dass viele Investitionen in Stahl geplant, aber noch keine sicher sei, dann spekulieren sie alle auf das Geld aus dem Verkauf von Aufzüge.
Für solche Investitionen nehmen sie den Verkauf Tausender von KollegInnen von Elevator in Kauf. Es sind die unterschiedlichen Sparteninteressen zwischen Steel und Elevator, die eine gemeinsame Kundgebung der KollegInnen aller Sparten verhinderten.
Auch die IGM-Bürokraten und nicht wenige Betriebsräte von TK Steel setzen auf den Verkauf von Elevator. Irgendeine gesellschaftliche Perspektive (Vergesellschaftung, Beteiligung des Landes NRW, 500 Mrd. Euro-Programm der Regierung zur Umstellung der Wirtschaft auf CO2-arme Produktion mit staatlichen Anteilen), um die Arbeitsplätze aller KollegInnen von Steel und Elevator zu verteidigen, haben sie nicht. Aber sind wir nicht deshalb in der IG Metall, um über die einzelnen Branchen gemeinsam unsere Arbeitsplätze d.h. unsere Klasseninteressen zu verteidigen?

Frau Merz setzt auf Spaltung
Die neue Vorstandsvorsitzende Frau Merz hat schnell erkannt, wie sie einen Keil zwischen spartenbornierte Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre treiben kann. Sie verkündete, die „einzelnen Unternehmenssparten stünden künftig, miteinander im Wettbewerb um Investitionen`“ (WiWo 05.12.19). Der Kampf bei Thyssenkrupp um den Erhalt unserer Arbeitsplätze droht in die Sackgasse zu geraten, wenn Betriebsräte, Belegschaften und sogar IGM-Aufsichtsräte von Elevator und Steel gegeneinander statt miteinander kämpfen.

RIR, 08.12.19


Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet -


Heraus mit der Sprache!
Die IG Metall Vertrauensleute organisierten vom 19. - 21.11. Mahnwachen vor Tor 1 bei Thyssenkrupp Steel in Hamborn-Beeckerwerth. Die KollegInnen wollen endlich wissen, wie es mit ihren Arbeitsplätzen und mit TKS weitergeht. Am 3.12.2019 geht es mit allen vor die Hauptverwaltung, wo der Aufsichtsrat tagt.

Mahnwache Tor 1 am 21.11.2019



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Duisburg: Protest gegen Streichung von Buslinien
„Sechs Kreuzungen sperren und das DVG-Chaos ist ruck, zuck vorbei“!
Der Ärger der DuisburgerInnen über die Streichung von Buslinien und Haltestellen ist riesengroß. Wie das Beispiel Bruckhausen zeigt, sind ganze Stadtteile vom Nahverkehr so gut wie abgehängt.

Die Endstation der Linie 908 heißt jetzt nicht mehr Matenastraße in Bruckhausen, sondern St. Johannes-Hospital in Hamborn. Die DVG hat die Schleife, die Bus 908 um Bruckhausen fuhr, gekappt. GrundschülerInnen, die von Hamborn-Altmarkt oder Feuerwache zur GGS Bruckhausen wollen, müssen morgens über Pollmann fahren. RentnerInnen mit Rollator, die von Bruckhausen zum Arzt Nähe Rathaus wollen, müssen, wenn sie es schaffen, bis Halbeisen laufen. Bruckhausener Hausfrauen, die auf dem Altmarkt für ihre Großfamilien einkaufen wollen, müssen ihre Tüten ab Halbeisen nach Bruckhausen schleppen. Und manche Angestellte bei Thyssenkrupp, die vom Auto auf ÖPNV umgestiegen sind, nehmen wieder den PKW. Wurden nicht vor Jahren altengerechte Wohnungen in Bruckhausen gebaut und angepriesen? Wer dem Ruf folgte, hat Pech gehabt: Poststelle zu, Sparkasse zu, Bus weg. Der ganze Stadtteil Bruckhausen wurde so gut wie abgehängt. Das ist seniorenfeindlich, arbeiterfeindlich und strukturell rassistisch!

Proteste im Süden
Offene Proteste gibt es vor allem im Süden, in Ungelsheim, Mündelheim, Serm, Ehingen und Hüttenheim. Auch woanders ist die Wut riesengroß und führte zu Demonstrationen und Unterschriftssammlungen. Im migrantisch geprägten Arbeiterviertel Bruckhausen im Norden gegenüber Tor 1 von Thyssenkrupp gibt es noch keine organisierte Gegenwehr.

Unbelehrbar
Die Verantwortlichen der DVG, der SPD und CDU im Stadtrat sind unbelehrbar. Das hat viele Gründe. Man braucht sich nur die abgearbeitete Gesichter der Menschen aus Bruckhausen vorzustellen, die die gestrichenen Haltstellen benutzten, und mit den grinsenden Gesichtern des Vorstands im DVG-Geschäftsbericht zu vergleichen. Dann weiß man, dass diese feisten Wohlstandsbürger mit ihren abgehängten „Kunden“ im Stadtteil Bruckhausen keine Berührungspunkte haben. So sieht Klassengesellschaft 2019 aus.
Nicht weniger abgehoben sind SPD und CDU, die nach Motorsägenmassaker und Vorgartenpflasterei, die auf die Aufhebung der Baumschutzsatzung folgten, die nächste Sau durch Duisburg zu treiben. Man könnte meinen, sie legen es bewusst darauf an, ihre WählerInnen abzuschrecken.
Eine Frau Adler der DVG kommentierte dreist: „Durch neue Wege wird auch die Fahrtzeit für unsere Fahrgäste verkürzt.“ Will sich die DVG auch noch über die Fahrgäste lustig machen, die wie die Sardinen in der Dose vom Süden und Norden in die Innenstadt und zurück müssen? Die Fahrzeit ist doch deshalb kürzer, weil viele Haltestellen und Schlenker durch die Stadtteile gestrichen wurden! Das ist doch der Grund für Wut und Protest.



Die Versager-Gesellschaft“
Nicht umsonst wird die Duisburger Verkehrsgesellschaft auf der Straße „Die Versager-Gesellschaft“ genannt, wobei die KollegInnen Bussfahrer nicht gemeint sind. Sie bekommen nur auf jeder Fahrt den Ärger der Bevölkerung zu spüren.
Warum ruft eigentlich Verdi nicht die Busfahrer und die ÖPNV-BenutzerInnen zum Streik und Protest gegen die Streichungs- und Kürzungspläne der DVG auf? Damit würde sich die Gewerkschaft so schnell wie noch nie beliebt machen. Einem Rentner fiel im Gespräch eine Alternative ein: „Ein paar Tage lang sechs Kreuzungen sperren und das DVG-Chaos ist ruck, zuck vorbei“!

RIR, Duisburg, 6.11.2019



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Mülheim an der Ruhr
Mülheimer Antwort auf Thüringen
3500 Menschen protestierten am 29.10.19 gegen das Treffen der AfD-Parteispitze in der Stadthalle Mülheim/Ruhr. Dort empfingen die DemonstrantInnen die AfD mit ohrenbetäubendem Lärm. Das war eine passende Antwort auf den Wahlerfolg des faschistischen Flügels der AfD in Thüringen.

Grüner Antikommunismus
So weit, so beispielhaft. Hätten da nicht Die Grünen im Vorfeld verlangt, die DKP solle aus dem breiten Bündnis gegen das AfD-Treffen ausscheiden. Der offene Antikommunismus der sich früher einmal links gebenden Grünen zeigt nur, wie weit die Gesellschaft durch die AfD nach rechts gerückt ist.

   
Widerstand gegen AfD VeranstaltungDemozug zur Stadthalle und anschließender Kundgebung



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Millionen demonstrieren für das Weltklima
 „Streik in der Schule, Streik in der Fabrik -
das ist unsere Antwort auf eure Politik!“
 
Der große, weltweite Klimastreik von Fridays for Future hat am 20.9. innerhalb weniger Stunden ein vernichtendes Urteil über das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung gefällt. Was diese als medialen Aufbruch inszenieren wollte, führt zur weiteren Zerrüttung der Glaubwürdigkeit von CDU, CSU und SPD.
 
In Duisburg
Hier folgten 3000 Menschen dem Aufruf von Fridays for Future zum Weltklimastreik. Jeweils ein Drittel gehörte der alten, der jungen und der mittleren Generation an. Die Schülerinnen und Schüler gaben mit ihren kämpferischen Sprechchören den Ton an. Die in Duisburg starke türkische und kurdische Linke war kaum vertreten.
 
Oberbürgermeister ausgepfiffen
Sören Link kam unverhofft und durfte als Oberbürgermeister reden. Immer wieder unterbrachen ihn Zwischenrufe und Sprechchöre wegen seiner Aufhebung der Baumschutzsatzung. Am Schluss wurde er ausgebuht.
 
Falscher Freund
Den Weltklimastreik hatte die Duisburger IG Metall zwar „unterstützt“, aber bei Thyssenkrupp und HKM nicht mobilisiert. Es redete der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Lieske, der sich als Kämpfer „für einen klimaverträglichen, sozialen und ökologischen Umbau“ aufspielte.
Lieske und die IG Metall-Bürokratie hatten am 9.11.2016 ca. 5000 Stahlarbeiter gegen die Klima-Auflagen der EU nach Brüssel gehetzt. Lieske damals: „Es könne nicht sein, dass die deutschen Stahlwerke als die im weltweiten Vergleich saubersten noch mit zusätzlich Kosten belastet würden" (WAZ 10.10.16). Dabei spucken allein die Stahlwerke von Thyssenkrupp-Steel jährlich 21 Mio. Tonnen CO2 aus. Durch den Druck von Fridays for Future und als Waffe gegen die kapitalistische Konkurrenz erforscht TK-Steel jetzt CO2-armen Stahl.
 
Sonnenanbeter ins Abseits!
Mit dem Weltklima-Streik suchen und finden die SchülerInnen Verbündete. Die Bewegung wird alle die zur Seite schieben, die sich ihr in den Weg stellen. Die gesellschaftliche Debatte, die Fridays for Future ausgelöst hat, hat schon jetzt mehr gegen die Sonnenanbeter und Klimalügner der AfD bewirkt, als alle antifaschistischen Mobilisierungen zusammen. Vor allem wird die weit verbreitete deutsche Spießermentalität erschüttert, über alles zu meckern, aber z.B. die Rente mit 67 oder den Diesel-Abgas-Skandal kampflos hinzunehmen.


In Duisburg folgten 3000 Menschen dem Aufruf von Fridays for Future zum Weltklimastreik. 


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Wo sind die 335 Millionen Euro...
... die die EU zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes an Thyssenkrupp-Steel zahlte? Wären sie zur Entwicklung von CO2-freiem Stahl investiert worden, dann stände dafür längst ein neuer Hochofen in Duisburg-Bruckhausen.

 Flyer zum Download...



  Sommerkongress von Fridays for Future in Dortmund.



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Klimastrategie bei Thyssenkrupp
Stellt sich Kerkhoff der Diskussion mit Fridays for Future und der Belegschaft?
Laut eigener Pressemitteilung orientiert sich Thyssenkrupp „mit seiner neuen Klimastrategie am Pariser Klimaabkommen von 2015“.
Ab 2050 will Thyssenkrupp „klimaneutral“ werden: „Die Bedrohungen durch den Klimawandel gehen uns alle an ... (wir) haben einen besonders großen Hebel, mit ressourcenschonenden Produkten und Prozessen Treibhausgasemissionen nachhaltig zu senken. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst“ (Unternehmensmeldungen vom 02.07.2019).
Sprach da ein Umweltaktivist? Oder sprach da Herr Kerkhoff, der 2016 Stahlkocher bezahlte, um in Brüssel gegen die Verschärfung der europäischen Klimagesetze zu protestieren? Während der TK-Vorstand vor drei Jahren das AUS für die europäische Stahlindustrie an die Wand malte, lädt nun Herr Kerkhoff Fridays for Future zu einer Werksbesichtigung ein (WAZ 05.07.2019). Die hatten Thyssenkrupp zu recht kritisiert und Klimaneutralität für das Jahr 2035 eingefordert (The World News 03.07.19).
Auch Herr Kerhoff dürfte das Jahr 2050 nicht mehr erleben. Wir fordern ihn auf, sich einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit Fridays for Future zu stellen!

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Ein anderer TK-Vorstand, Dr. Kaufmann, sucht nach „international harmonisierten finanziellen Anreizen für Investitionen in CO2Vermeidungstechnologien. Das sind Grundvoraussetzungen, um wirklich etwas zu verändern“ (Unternehmensmeldungen vom 02.07.2019). Auch die Einladung an die Bundesforschungsministerin Karliczek nach Hamborn-Beeckerwerth dient der Suche nach Finanzierung.
Vielleicht erklären die TK-Vorstände erst einmal der Öffentlichkeit, was mit den 335 Millionen Euro passiert ist, die die EU für den Emissionshandel an Thyssenkrupp in der Periode 2005-2012 zahlte? Frage an den ehemaligen Finanzvorstand Kerkhoff: Wurden die 335 Mio. Euro Extraprofite vielleicht zur Schönung der Konzernbilanz verwendet? Denn wären die Gelder zur Forschung, Entwicklung und Bau von Hochöfen auf Wasserstoffbasis investiert worden, dann stände der erste Hochofen bereits in Bruckhausen.
Zukünftig muss jeder Euro der SteuerzahlerInnen an Thyssenkrupp in öffentliche Anteile am Konzern umgewandelt werden!


Aktion von Fridays for Future am 05.07.19 vor dem Duisburger Forum

Und die Stahlkocher?
Die Stahlarbeiter und Angestellten von Thyssenkrupp-Steel können die Klimadebatte nur in der Presse verfolgen. Kein Kerkhoff und kein Dr. Kaufmann haben ihnen bis heute die „neue Klimastrategie“ persönlich vorgestellt. Kerkhoff lädt die Klimaaktivisten von Friday for Future zur Werksbesichtigung ein. Ein Vorstandsvorsitzender, der nicht wagt, seine „neue Klimastrategie“ der eigenen Belegschaft auf einer Betriebsversammlung in Hamborn-Beeckerwerth zu erläutern, macht sich selbst überflüssig.
Dort könnte er die Gelegenheit nutzen und dem neuen TKS-Geschäftsführer Desai zur Seite springen. Der hatte auf der Betriebsversammlung am 27. Juni sinngemäß gesagt, warum 2000 Arbeitsplätze bei Stahl verschwinden sollen, wüsste nur der TK-Konzernvorstand. Also: Warum sollten tausende Arbeitsplätze vernichtet werden, Herr Kerkhoff, als TKS mit Tata fusioniert d.h. das Stahlgeschäft abgestoßen werden sollte? Und warum sollen ebenso tausende Arbeitsplätze abgebaut werden, wenn Stahl wieder zum Kerngeschäft des Konzerns wird? Der ehemalige Finanzvorstand könnte uns auch vorrechnen, was acht Jahre Marsch in die Sackgasse hin zum Hightech- und Industriekonzern an Beraterfirmen und internen (Fehl-)Planungsstunden gekostet hat.

Duisburg, 07.07.19



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Bergbau & Klimakatastrophe
Kampf um jeden Arbeitsplatz? Mit der AfD?
Ende letzten Jahres wurde die Zeche Prosper in Bottrop geschlossen. Auf einer Kundgebung am 28.06.19 in Düsseldorf sprachen sich Guido Reil (AfD MdEP) und die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner gegen die betriebsbedingte Kündigung von 200 Bergarbeitern durch die Ruhrkohle AG aus.

Die Betroffenen klagen gegen ihre Kündigung. Einige der gekündigten Bergarbeiter sind nicht anpassungsberechtigt d.h. sie können nicht in die Frühverrentung gehen. Manchem fehlen dazu nur wenige Schichten. Im Oktober 2008 brachte die Bundesregierung 500 Milliarden Euro als Rettungsschirm für die Banken auf. Und heute soll kein Geld da sein, um für die Kumpel die Frühverrentung zu finanzieren?
Die gekündigten Kollegen brauchen qualifizierte Ersatzarbeitsplätze. Die finden sich kaum auf stillgelegten Zechen. Wer um solche Arbeitsplätze kämpfen will, hat den Knall der Klimakatastrophe nicht gehört! Neue Jobs könnten auch berufsfremd sein. So ließen sich viele Kumpel in Folge der Zechenkrise der 1960er Jahren umschulen oder fanden neue Jobs bei Opel in Bochum und Siemens in Kamp-Lintfort. Heute sind Arbeitsplätze mit Perspektive z.B. in der Kranken- und Altenpflege zu finden. Dafür müssen während der Umschulung Ausgleichzahlungen her.

Kampf um jeden Arbeitsplatz?
Zu den 30 Kraftwerken in Europa mit dem höchsten Ausstoß an Kohlendioxid gehören neun Kraftwerke in Deutschland. Davon werden die Kraftwerke Scholven (E.ON) und Mannheim (GKM) mit Steinkohle befeuert. Um die Klimakatastrophe zu bekämpfen, müssen alle Braun- und Steinkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Die Energieversorgung muss völlig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Der Kampf gegen die kapitalistische Kohlelobby bedeutet die Schließung des Braunkohletagebaus und der Zechen.
Da hilft auch nicht das Argument: „Zugleich wird Blutkohle aus aller Welt importiert und weiterhin klimaschädlich Kohle verbrannt, statt diesen wertvollen Rohstoff zu nutzen, der nun für alle Zeit aufgegeben werden soll“ (Bottroper Erklärung). Die Energiekapitalisten hatten schon immer ähnliche Argumente vorgeschoben: Die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland führe zum Import von Atomstrom aus anderen Ländern. Die Anti-AKW-Bewegung hat das ignoriert und den Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland erkämpft. In irgendeinem Land beginnt immer der Kampf!

Aktionseinheit mit der AfD?
Mit Demonstrationen, Kundgebungen und Parlamentsbesuchen machten die 200 gekündigten Kollegen ihr Anliegen öffentlich. Zu einer Kundgebung am 28. Juni zum Landtag in Düsseldorf waren alle im Landtag vertretenen Parteien eingeladen. Wie zu erwarten kam und redete nur die AFD1. Es sprach auch die MLPD-Vorsitzende2.
Wir vermissen in Gabi Fechtners Rede und in der Bottroper Erklärung die Thematisierung der Klimakatastrophe, die Forderungen nach sofortigem Kohleausstieg und nach drastischer CO2-Reduzierung3. In einem anschließenden Kommentar bezeichnete sie die AfD als „faschistoid“4. Wie kann dann die MLPD zu einer Kundgebung mobilisieren, die absehbar der „faschistoiden“ AfD eine Plattform bietet? Sieht so antifaschistischer Kampf aus?

Und in der Autoindustrie?
Das demagogische Einsetzen der AfD für Lohnabhängige könnte auch bei kommenden Entlassungen z.B. in der Automobilindustrie zum Problem werden. Rechte Betriebsratslisten gibt es dort bereits. Zu wenige linke Kollektive und Betriebsflyer sind dort vorhanden.
Die AfD leugnet nicht den ´Klimawandel`. Sie bestreitet aber wie Trump, dass er überwiegend von Menschen verursacht wird. Sie ignoriert, dass die Klimakatastrophe ein Ergebnis der kapitalistischen Produktionsweise ist. Das ist die Position der Finanzhaie, die kurzfristige Profite machen wollen, und staatliche Investitionen zur Bekämpfung der Klimakatastrophe ablehnen.
Mit ihrer Verdummungspolitik versucht die AfD das Bewusstsein der Lohnabhängigen zu verpesten. Damit könnte sie sogar ankommen. Wenn sie in ihrer Existenz bedroht sind, greifen manche KollegInnen nach jedem Strohhalm.
Die AfD ist nur erfolgreich zu bekämpfen, wenn wir in der ArbeiterInnenklasse die Klimakatastrophe thematisieren und die notwendige Umstellung von der kapitalistischen Autogesellschaft auf eine Gesellschaft des öffentlichen (Nah)Verkehrs einfordern. Sie bietet eine echte Alternative zum eigenen PKW und erfordert die Umstellung der Produktion auf nützlichere Produkte als SUVs. Diese Forderung sollte mit der nach Enteignung der Automobilkonzerne und der hinter ihnen stehenden reichen Familien verbunden werden.

RIR 09.08.2019

  1.  https://www.mlpd.de/2019/07/diese-schlacht-wird-nur-im-kampf-gegen-falsche-freunde-gewonnen
  2.  https://www.rf-news.de/2019/kw26/250-bergleute-demonstrieren-lautstark-und-kampfentschlossen-in-duesseldorf
  3.  https://www.youtube.com/watch?v=RaKXHUN6hkw
  4.  https://www.mlpd.de/2019/07/diese-schlacht-wird-nur-im-kampf-gegen-falsche-freunde-gewonnen





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Duisburg-Hamborn: 
Wofür wir das Vermögen der Grillo brauchen:

Das Geld zur Erneuerung Hamborns liegt vor unserer Haustür - bei Familie Grillo.

Die Familie Grillo stand 2013 mit einem Vermögen von 550 Millionen Euro auf Platz 228 der reichsten Deutschen. Ihr Werk liegt nur ein paar hundert Meter vom Sammelpunkt der 1. Mai-Demo in Hamborn entfernt. Doch der DGB demonstriert nicht zum Grillo-Werk, sondern spaziert zum Landschaftspark Nord.

Aus Grillos Portokasse
Kapital und Vermögen der Grillos haben ihre ArbeiterInnen erarbeitet.  Eine neue Rhein-Ruhr-Halle und ein neues Schwimmbad könnte Familie Grillo aus der Portokasse zahlen.

Wer ist Grillo?
Herr Grillo ist einer der führenden Kapitalisten Deutschlands. Er ist Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und Aufsichtsratsvorsitzender des Rüstungskonzerns Rheinmetall AG. 

Eine 1. Mai-Kundgebung im Landschaftspark Nord ist eine Bühne für SPD-Gewerkschaftsbürokraten. Eine 1. Mai-Kundgebung vor dem Grillo-Werk ist eine Kampfansage an das Kapital.
 
     
 
 



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Giesler verhandelt mit Goss:
0 % Reallohnerhöhung!
Die Verhandlungskommission der IG Metall um Knut Giesler handelte mit dem Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes Stahl Nordwest, Andreas Goss, eine Anhebung der Löhne um real Null (= 0) Prozent aus.

Gieslers Vorschlag lautet: Ab 01. März 2019 bis zum 28.02.2021 steigen die Löhne und Gehälter um 3,7 %. Auf das Jahr ergibt sich eine Erhöhung von rd. 1,85 Prozent.
Laut Statistischem Landesamt NRW verteuerten sich die Preise 2018 um 1,9 Prozent. Für 2019 wird bundesweit eine Inflationsrate von 1,6 Prozent vorhergesagt. Fallen die Inflationsraten für 2019 und 2020 nur ein bisschen höher aus, dann bringt der Stahlabschluss Null oder sogar Minus.
Ein Kerkhoff bekommt 91 Prozent Festvergütung mehr. Der Vorstand von Thyssenkrupp bekommt 18 Prozent mehr. Und wir sollen mit einem Butterbrot abgespeist werden?

Wie die Festgeldforderung in der Tonne landete
Besonders zeigte sich das ´Verhandlungstalent` der IG Metall-Bürokraten bei der geforderten zusätzlichen Urlaubsvergütung. 1800 Euro pro Jahr wären 150 Euro pro Monat. Die ausgehandelten 1000 Euro gelten nur für ein Jahr. 1000 Euro für 26 Monate sind monatlich 38,46 Euro. Das ist nur ein Viertel unserer ursprünglichen Forderung.

Sie können nicht verhandeln
Spätestens seit der Ausgliederung von TK-Steel aus dem TK-Konzern und der Fusion mit Tata wussten alle: Die IG Metall-Bürokraten können und wollen nicht kämpfen. Der ausgehandelte Tarifabschluss zeigt mehr: Die Bürokraten können auch nicht verhandeln!
Selbst gute Aktionen wie die Torblockaden wurden nicht genutzt, um die KollegInnen für einen 24-Stunden-Streik zu mobilisieren. Und der war dringend nötig, um mehr Druck hinter unsere Forderungen zu bringen.

Goss jubelt
Der Arbeitgeberverband Stahl Nordwest jubelt über „die relativ lange Laufzeit der Abkommen“. Uns Stahlkochern kann die lange Laufzeit noch Probleme machen. Gut möglich, dass Anfang 2021 genau dann der Entgelttarifvertrag ausläuft, wenn die kapitalistische Wirtschaft in ihrer 26. Krise steckt. Das liegt bei TKS mitten in der Phase der ´Restrukturierung` und ´Anpassung` durch die Fusion mit Tata, in der es um Schließung und Arbeitsplatzabbau gehen wird.

Urabstimmung über das Ergebnis!
Wir fordern eine Urabstimmung über Gieslers Verhandlungsergebnis. Nur die Abstimmung aller IGM-KollegInnen ist wirklich basisdemokratisch!




- Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet -


Stahltarifrunde
Weiter so zum 24-Stunden-Streik!
Am 11. März legten 10 000 ArbeiterInnen und Angestellte für ihre Forderungen die Arbeit nieder. Sie machten den Stahlkapitalisten Druck.

Bei Thyssenkrupp Steel (TKS) in Duisburg Hamborn-Beeckerwerth wurden die Werkstore 1, 3, 4, 5, 6 und 7 blockiert. An den Toren 6 und 7 erzeugte die Blockade vorübergehendes Chaos bei der LKW-Anfahrt. Die tolle Aktion sorgte unter den KollegInnen für gute Stimmung.

1800 Euro voll durchsetzen
Die Forderungen der IG Metall sind 6 % mehr Entgelt, Verlängerung der Tarifverträge Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Einsatz von Werkverträgen, zusätzliche Urlaubsvergütung von 1800 Euro (600 für Azubis).
Sprengstoff zwischen den Tarifgegnern ist die Forderung nach 1800 Euro. Für viele Stahlkocher bei Thyssenkrupp Steel ist sie unverzichtbar. Trotz Wiederanhebung der Arbeitszeit auf 34 Stunden wöchentlich (nach früherer Absenkung auf 32 Stunden) spüren die Kollegen den noch bestehenden Lohnverlust. Durch die Anhebung der Arbeitszeit um zwei Stunden spüren die Kollegen in den unterbesetzten Produktionsanlagen aber auch den starken, täglichen Verschleiß der eigenen Arbeitskraft und wollen nicht auf die alte Arbeitszeit von 35 Stunden wöchentlich zurück. 1800 Euro mehr, die entweder in Geld gezahlt oder als Freischichten abgefeiert werden, bringen alle wieder unter einen Hut.

Die Selbstbediener am Werk
Der Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes Stahl Nordwest, Andreas Goss, hält die Forderungen der Stahlkocher für „vollkommen überzogen“. Das Forderungspaket hätte „jeden Realitätsbezug verloren“.
Goss Gehalt als zukünftiger Chef der fusionierten TKS-Tata Steel Europe dürfte einen satten Sprung nach oben machen. Er wurde aufgefordert, sein altes und neues Gehalt offen zu legen, um auf der nächsten Betriebsversammlung zu diskutieren, was „vollkommen überzogen“ ist und was nicht (was tun bei TKS).
Die Gehälter des Vorstandes von Thyssenkrupp stiegen letztes Geschäftsjahr um 18 Prozent. Mit dem Sprung vom Finanzvorstand zum neuen Vorstandesvorsitzenden stieg die „Festvergütung“ von Herrn Kerkhoff um 91,42 Prozent. Im Vergleich dazu hören sich die Forderungen der IG Metall recht bescheiden an.

Auf zum 24-Stunden-Streik!
Der nächste Schritt ist der 24-Stunden-Streik über drei Schichten. Denn allein mit gut organisierten Warnstreiks werden wir unsere Forderungen nicht durchsetzen.

Peter Berens / was tun


Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet -




Thyssenkrupp Hamborn-Beeckerwerth
Warnstreik zum Warmlaufen

Mehrere Tausend KollegInnen legten am 13.02. für zwei Stunden die Betriebe still. Nicht alle Bereiche waren bei der Kundgebung am Tor 1 so gut vertreten wie die Auszubildenden. Die Forderungen der IG Metall finden eine Echo in der Belegschaft - ihre Redner weniger. Treffen sich Goss vom Arbeitgeberverband Stahl und die IG Metall in der Mitte? Einigen sie sich bei 2 Jahren Laufzeit? Wer mehr will, nutzt den Warnstreik zum Warmlaufen für einen 24-Stunden-Streik!

Ein Kollege






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International:
Würden Sie auf gilets jaunes schießen lassen, Herr Dobrindt?

Frankreichs Staatspräsident Macron musste den Rückwärtsgang einlegen. Die „Reformen“ des früheren Investmentbankers begünstigen die Reichen und verschärfen die Armut: der Kündigungsschutz wurde gelockert, Abfindungen begrenzt, in Kleinbetrieben die Zustimmung der Gewerkschaften zu Lohn- und Arbeitszeitregelungen ausgehebelt, die Vermögenssteuer abgeschafft...

Seit dem 17. November protestierten Samstag für Samstag Hunderttausende gilets jaunes in ihren gelben Warnwesten gegen Macrons Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel. Sie blockierten Straßen und Plätze. Sie zwangen die Regierung zu einem Rückzieher. Spriterhöhungen wurden gestoppt, die Anhebung bei Gas und Strom auf Eis gelegt, der Mindestlohn soll bis 100 Euro im Monat steigen, Überstunden und Weihnachtsgeld steuerfrei, RentnerInnen unter 2000 Euro im Monat entlastet werden.

In Frankreich sind Wohnen, Gesundheitsversorgung, Lebensmittel, Mobilität und Bildung spürbar teurer als in Deutschland. In den Urlaub zu fahren, können sich viele Lohnabhängige nicht mehr leisten. Hätte Macron etwas zum Schutz der Umwelt tun wollen, dann hätte er nicht die Spritpreise erhöht, sondern den Nahverkehr gestärkt. Denn der ist außerhalb der großen Städte kaum vorhanden. Viele auf dem Lande sind auf den PKW angewiesen, um zur Arbeit zu kommen.

An der Abschaffung der Vermögenssteuer will Macron festhalten. Die gilets jaunes vertrauen dem „Präsidenten der Reichen“ nicht. Sie wollen weiter protestieren – bis die Vermögenssteuer wieder eingeführt ist.

Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Blockaden der gilets jaunes auch die Zufahrtswege zu den großen Unternehmen und Ladenketten blockieren, die keine Steuern mehr zahlen! Mit den Milliarden ihrer Besteuerung könnte auch in Frankreich die Energiewende bezahlt werden.

Herr Dobrindt (CSU) kritisierte Macrons Zugeständnisse an die ´gelben Westen`. Deutschland habe größtes Interesse, dass sich die Situation in Frankreich wieder beruhige. „Aber Geldgeschenke scheinen nicht der richtige Weg“, sagte Dobrindt (RTL 11.12.18). Wie will denn Herr Dobrindt die Protestierenden „beruhigen“? Während dem französischen Staatspräsidenten das Wasser bis zum Hals steht, verbreitet der CSU-Berufspolitiker vom grünen Tisch aus dem ruhigen Berlin Durchhalteparolen. Würden Sie auf gilets jaunes schießen lassen, Herr Dobrindt?

Es wird Zeit, auch in der BRD mit Regierung und Kapitalisten ´französisch` zu reden!



RIR 15.12.2018



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Fachkräftemangel = mehr & länger arbeiten?
Was Kapital & Regierung von uns wollen
Bis zum Jahr 2030 können nur drei Millionen von sechs Millionen fehlenden Fachkräften ersetzt werden. Die Konsequenzen, die CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne ziehen, sind gefährlich für alle Lohnabhängigen.

Durch Rückgang auf 41 Mio. Erwerbstätige droht nach einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) „ein erheblicher Wachstumsverlust“.

Die bürgerlichen Parteien sind für gezielte Einwanderung von Fachkräften. Zur „Selektion“ brauchen sie eine neoliberale, rechtskonservative Regierung. Dafür bieten sich Friedrich Merz vom größten US-Finanzinvestor Blackrock oder Jens Spahn an. Die AfD ist gegen Einwanderung. Deshalb ist die große Mehrheit der Kapitalisten gegen die AfD.

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CEVIAN und Elliott setzen sich durch
TK-Steel gehört zu bad Thyssenkrupp
Zur Rettung des Großaktionäre der Banken wurden faule Kredite in eine „bad bank“ abgestoßen. Zum Wohl der Großaktionäre von Thyssenkrupp werden TK-Steel, Kriegsschiffbau und Handel in Thyssenkrupp Materials eingegliedert.

Der kriselnde Kriegsschiffbau kommt aus dem Anlagenbau raus und bei Thyssenkrupp Materials rein. Für den Werkstoffhandel sieht Kerkhoff eine weitere Ausgliederung und Fusion wie bei TK-Steel vor. Die profitabelsten Konzernbereiche kommen in die Thyssenkrupp Industrials. CEVIAN und Elliott jubeln. Endlich geht’s mit der Zerschlagung weiter.

Wie weiter mit TK-Steel?
Materials und Industrials gehen einzeln an die Börse. Sie sollen sich getrennt „am Kapitalmarkt finanzieren“. Die zukünftigen Investitionen bei TK-Steel werden nicht mehr von einem Konzern, sondern nur noch von dessen Hälfte gestemmt. Auch der Kreditrahmen für die TK-Materials (und damit für Steel) dürfte erheblich kleiner als bisher ausfallen.



Interessiert am weiterlesen? Flugblatt 04.10.2018 download 


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Ergebnis des Streiks an der Uniklinik Essen
Wer Arbeiterinteressen durchsetzen will, kämpft!
Rund 70 Prozent der KollegInnen an der Uniklinik Essen stimmten dem Verhandlungsergebnis eines 34tägigen Arbeitskampfes zu.

Von den 200 geforderten zusätzlichen Stellen im Pflegebereich werden 140 geschaffen; in den Funktionsdiensten sind es 40 statt der geforderten 100 Stellen.

Kontrolle oder keine?
Die KollegInnen sollen auf den Stationen das Arbeitsvolumen, die Ist- und Sollbesetzung ständig kontrollieren. Dieser positive Ansatz wird leider auf eine rechtliche Schiene abgebogen: Wenn die Forderung nach mehr Personal von oben abgeblockt wird, kann der Personalrat tätig werden oder ver.di klagen. Entscheiden können die Beschäftigten nichts.

Personalermittlung
Die Soll-Besetzung wurde vom Klinik-Vorstand auf dem untersten Personalstand festgelegt. Eine höhere Regelbesetzung soll erst noch ermittelt werden. Das dazu vorgeschlagene Instrumentarium wird von vielen KollegInnen und vom Personalrat kritisiert, da es auch bisher nicht zu mehr Personal geführt hat.

Beispielhafter Streik
Der Streik der KollegInnen in Essen (und in Düsseldorf) wurde vom Rückenwind der breiten gesellschaftlichen Kritik am Pflegenotstand getragen. Er fällt in eine Zeit, in der viele Lohnabhängige nicht bereit sind, für ihre Interessen gegen die Kapitalisten zu kämpfen (kampflose Niederlage bei Opel Bochum, Abbruch des Kampfes gegen die Fusion mit Tata bei Thyssenkrupp). Zudem hat, wie Chemnitz zeigt, die rassistische Hetze ganze Schichten von Lohnabhängigen erfasst. Wer die Reichen nicht zum Teilen zwingt, will selbst nicht mit den Ärmsten teilen. Die KollegInnen an der Uniklinik Essen haben einen ganz anderen Weg eingeschlagen: Wer Arbeiterinteressen durchsetzen will, streikt!

Korrespondent RIR, 07.09.2018





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Uniklinik Essen
Urabstimmung über unbefristeten Streik
Die in ver.di organisierten KollegInnen der Uniklinik Essen (UKE) sind in der Urabstimmung für einen unbefristeten Streik. Ihre ver.di-KollegInnen an der Uniklinik Düsseldorf haben sich bereits mit ca. 96 % dafür ausgesprochen.

Mit dem Streik soll ein Tarifvertrag Entlastung d. h. Neueinstellungen durchgesetzt werden. Allein an der Uniklinik Essen sind mindestens 200 Neueinstellungen in der Pflege erforderlich. Die KollegInnen haben es aber nicht bei einer einfachen Forderung belassen. Sie haben in fast allen Bereichen diskutiert: Wieviel Personal brauchen wir mehr? Daraus entstanden in vielen Abteilungen und Bereichen konkrete Forderungen für Neueinstellungen (siehe Fotos).

 

 

Mit Streik politischen Druck aufbauen
Die Uniklinik Essen gehört zur Universität Duisburg-Essen. Dahinter steckt das Land NRW. Ein wirtschaftlicher Verlust durch einen unbefristeten Streik würde das Land NRW ausgleichen. Anders als in der Privatwirtschaft ist so kein Druck aufzubauen. Deshalb ist der einzige Weg für die KollegInnen, um sich mit einem (unbefristeten) Streik durchzusetzen, möglichst viel Öffentlichkeit zu mobilisieren. Solidaritätsadressen anderer Belegschaften sind nützlich. Einladungen von KollegInnen der Uniklinik Essen zu Betriebsversammlungen anderer Unternehmen, auf denen das Problem der Pflege angesprochen wird, sind wichtig. Die wirksamste Solidarität wäre, in allen Büros, Abteilungen und Werkstätten im ganzen Ruhrgebiet, wo Unterbesetzung und Arbeitsdruck herrschen, ebenfalls öffentlichkeitswirksam Neueinstellungen zu fordern.

Klinikmanagement überflüssig
Für die Uniklinik Essen wurde ein Notfallplan vereinbart. Nur geht es hier nicht um Gruben, die nicht absaufen dürfen, oder um Hochöfen, die weiterlaufen müssen, sondern um PatientInnen, die nicht sterben dürfen. Als an der Uniklinik Düsseldorf das Management keinen Notfallplan aushandeln wollte, erstellten die KollegInnen ihren eigenen Plan. Denn sie wissen am besten, wer Notdienst machen muss und wer nicht. Dieses Beispiel zeigt, wie überflüssig das hoch bezahlte Klinikmanagement ist.



Korrespondent RIR, 31.07.2018



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KollegInnen der Uniklinik Essen für:
Erzwingungsstreik für mehr Personal

Eine Versammlung von Lohnabhängigen der Uniklinik Essen hat sich am 26. Juli einstimmig für einen Streik für mehr Personal ausgesprochen. Am Montag, dem 30.07. ist noch ein Warnstreiktag, von Dienstag bis Freitag, dem 03. August ist ein Erzwingungsstreik zur Durchsetzung des Tarifvertrags Entlastung angesagt. Entsprechend erklärt die Verdi-Tarifkommission die Verhandlungen für gescheitert und kündigt den Streik an.



Qualitative Forderung
Zu geringe Personalbemessungen gehen auf Kosten der PatientInnen und des Personals in den Unikliniken. Der Personalnotstand in der Pflege wird überall diskutiert. Deshalb hat Verdi entschieden, an den Unikliniken Düsseldorf und Essen einen Kampf für „Sofortmaßnahmen für mehr Personal und Entlastung für verschiedene Berufsgruppen und für eine bessere Ausbildungsqualität“ aufzunehmen. Es geht also nicht um die üblichen Gehaltsforderungen, sondern um eine qualitativ andere Forderung, die Signalwirkung auf die ArbeiterInnenklasse in vielen Branchen haben könnte. Denn in vielen Bereichen fehlt Personal, sind die KollegInnen überbelastet, ausgepowert und krank.

Gewähltes Streikkomitee
Wie schon im siebzehnwöchigen Streik 2006 legen die KollegInnen der Uniklinik Essen wert auf Basisdemokratie. Schon am ersten der bisher zwölf Warnstreiktage wurde auf der täglichen Streikversammlung ein Streikkomitee gewählt. Es ist nicht mit der Verdi-Vertrauenskörperleitung an der Uniklinik Essen identisch. KollegInnen aus allen Bereichen der Uniklinik sind im Streikkomitee vertreten. In der Versammlung der Streikenden (es nehmen 300-500 KollegInnen teil) werden alle Fragen besprochen und entschieden und die Aufgaben verteilt. Als verhandelt werden sollte, setzten die KollegInnen mit den Warnstreiks aus. Da sich aber weder die Vorstände der Unikliniken, noch der Arbeitgeberverband „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL) bisher bewegt haben, wird jetzt im Arbeitskampf ein Gang zugelegt.

Korrespondent RIR

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Hiesingers Flucht von Thyssenkrupp
Und tschüss! 
Der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger hat beim ersten Gegenwind von ein paar Finanzinvestoren den Thyssenkrupp-Konzern verlassen. Er ähnelt damit jenem General, der viel von seinen Strategieplänen redet, aber beim ersten Schreckschuss vom Schlachtfeld flieht.

Als nach dem gescheiterten Brasilienabenteuer der Aufsichtsrat die Weichen auf Stahlausstieg stellte, holte Cromme mit Heinrich Hiesinger den passenden Manager. Der neue Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp (TK) verkaufte den Stahlausstieg als „Aufräumarbeiten“ des Brasiliengeschäfts. Die Grundsatzentscheidung im Aufsichtsrat wurde der Belegschaft nie zur Diskussion gestellt.

Der Mann vom schwäbischen Bauernhof wurde ausgesucht, weil er keinen Bezug zu den Traditionen des Ruhrgebiets hatte. Für Hiesinger war der Ausstieg aus dem Stahl eine rein betriebswirtschaftliche Angelegenheit, für die Tausende von Arbeitsplätzen vernichtet wurden. Dass ohne ein Herz aus Stahl nur ein hohler Mischkonzern ohne Mittelpunkt übrig bleibt, der so oder so aufgestellt sein oder auch zerschlagen werden kann, begriffen weder Hiesinger, noch die Kruppstiftung, noch die Co-Manager der IG Metall.

So verkündete Hiesinger stolz auf jeder Hauptversammlung, wenn der Stahlanteil am Gesamtkonzern wieder um ein paar Prozent gesunken war. Doch jedes Prozent weniger rückte die Zerschlagung des Konzerns einen Schritt näher. Die Finanzinvestoren CEVIAN und Elliott witterten ihre Chance und stiegen bei TK ein. Hiesinger musste an dem Widerspruch zwischen Ausgliederung der TKS und dem fehlenden Zusammenhalt des Rest-Konzerns scheitern.

Hiesingers Sprüche über Team-Arbeit blieben hohl. Der eifrige Diener des Kapitals passte genau zu den extrem hierarchischen Strukturen, die er vorfand. Seine Nachfolger auf Abruf faseln zwar von Hiesingers „großer Wertschätzung für alle Mitarbeiter“. Doch nie stellte er seine Konzernpolitik auf einer Betriebsversammlung in Hamborn-Beeckerwerth zur Diskussion. Dazu war er zu abgehoben und zu feige.

Im Namen des Brasilienabenteuers verlangte Hiesinger von allen und jedem Opfer - nur nicht von sich selbst. Während er den ArbeiterInnen und Angestellten Lohnverzicht predigte, ließ er sich vertraglich eine automatische Erhöhung seiner Vergütung festschreiben. Von 2010/11 mit 3,52 Mio. Euro stieg sie bis 2016/17 auf 4,81 Mio. Euro (incl. Versorgungsaufwand auf 7 Mio. Euro). Sicherlich wird der Totengräber von Thyssenkrupp mit einem goldenen Handschlag verabschiedet. Einer von 100.000 Managern wird seinen Platz einnehmen, um die Zerschlagung fortzusetzen.

Hiesinger flieht aus einem Konzern, der zwar gerade mit Hilfe der IG Metall die Fusion der TK Steel mit Tata beschlossen hat, aber dessen Strategie umstritten ist. Selbst der Rest-Vorstand auf Abruf muss das zugeben: „Das angekündigte geschärfte Zielbild für die Strategie von thyssenkrupp wird erst nach Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden vorgestellt werden“. Wie kann denn eine Fusion beschlossen werden, wenn die ganze Konzernstrategie strittig ist?

Die IG Metall-Bürokraten und die TKS-Betriebsratsspitze, die weder auf die Kraft der Arbeiterklasse, noch auf die der IG Metall bauen, bedauern Hiesingers Abgang. Sie haben einen Freund verloren. Doch von den Lohnabhängigen hat Hiesinger kein Mitleid verdient, sondern einen Tritt hinterher.

Peter Berens, RIR, 14.07.2018




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Rüstung bei Thyssenkrupp
Verstecken hinter Merkel
Nach unserer Kritik in der letzten was tun erreichte uns am 26.06. doch noch eine Antwort aus dem Essener TK-Hauptquartier.

Peter Sauer (Leiter TK-Governmental Affairs) versteckte sich in seiner Antwort an Peter Berens von was tun hinter dem „Primat der Politik“.

Ihre Moral heißt Profit
In seinem Brief zählte Herr Sauer 4 Regelwerke auf, die den Export von Rüstungsgütern regeln. „Bei jedem Schritt … wird aufs Neue geprüft, ob dies der politischen Situation im Kundenland angemessen ist“. Erst bei einer konkreten Freigabe der Bundesregierung mache Thyssenkrupp den nächsten Schritt. Wie konnten da die Regierungen von Griechenland und Israel durch Bestechungsskandale erschüttert werden? Geldflüsse sollten den U-Booten von TKMS Wasser unter den Kiel bringen.

Offenlegung der Rüstungsgeschäfte
Lt. Herrn Sauer habe das Rüstungsgeschäft „nur einen sehr geringen Anteil“ am Portfolio des Konzerns. Um so leichter müsste es fallen, alle Rüstungsgeschäfte von TK offen zu legen. So könnte z. B. geprüft werden, ob der Qualitätsstahl der Fa. Rheinmetall für türkische Leopard-Panzer oder für Bomben, mit denen Saudi-Arabien den Jemen in Schutt und Asche bombt, von Thyssenkrupp Steel kommt.

Hier gehts zum Briefwechsel TK – was tun:

  




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Betriebsratswahl bei Thyssenkrupp Stahl
Massive Hetze gegen Opposition
Bei der Betriebsratswahl bei Thyssenkrupp Steel in Hamborn-Beeckerwerth wurden die zwei Oppositionslisten 1 und 3 massiv behindert. Dagegen reichten sie Klage ein.

Was für Feiglinge!
Es gibt einige Arbeiter, die Angst haben, einen Streik gegen Fusion und Ausgliederung zu organisieren. Aber sie sind mutig genug, heimlich Wahlplakate von KollegInnen der Liste 1 und 3 zu zerstören.
Es gibt einige Arbeiter, die Angst haben, Hiesingers Rausschmiss zu fordern. Doch anonym sind sie mutig genug, KollegInnen der Liste 1 und 3 als „Terroristen“ zu diffamieren.
Es gibt einige Arbeiter, die Erdogans Terror gegen demokratische Parteien wie die HDP bei den Betriebsratswahlen von TK-Steel einführen wollen. Geben wir diesen anonymen Feiglingen keine Chance!



Was sagt die IGM-Liste 5 dazu?
Ein Kandidat der IG Metall-Liste 5 soll Fotos an viele türkische Kollegen gepostet haben. Sie sollen den Kollegen Binali Demir (Liste 1) auf Demos zeigen. Erst daraufhin sollen Plakate der Liste 1 und 3 zerstört worden sein. Der echte Held der IGM-Liste hat die Zerstörung der Plakate anderen überlassen.

Vergeblicher Wahlrummel
Trotz großem Wahlrummel kam die IGM-Liste 5 nur auf 5.651 Stimmen (27 Mandate). Nicht einmal die Hälfte der Stahlkocher wählte IG Metall. Die beiden Oppositionslisten bekamen 6 Mandate (-3).

Politischer KlassenKampf
Wenn wir beim Verteilen der was tun vor Tor 1 als „politische Brandstifter“ bezeichnet werden, dann wissen wir: unsere Kritik trifft die Richtigen. Wenn die Listen 1 und 3 als „PKK“ bezeichnet werden, dann werden sie als bedeutende, radikale Opposition anerkannt. Darauf können sie stolz sein.

Auszug aus WASTUN 01.05.2018 : Download 



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Thyssenkrupp + Tata-Steel Ijmuiden
Erste gemeinsame Aktion gegen die Fusion - und Wetzel fällt uns in den Rücken!

Mittwoch, 20.12.17, Ijmuiden
Begeistert wurde die Delegation von ThyssenKrupp Hamborn-Beeckerwerth von 3.500 KollegInnen bei Tata-Steel in Ijmuiden empfangen. „Fusion – Nein, Danke!“ war das gemeinsame Motto. Das war ein super Auftakt für einen gemeinsamen Kampf. Bis dahin hatte die Gewerkschaft FNV keine Verhandlungen mit Tata-Steel geführt.



Donnerstag, 21.12.2017, Duisburg 
„Am Donnerstagabend einigten sich Management und Belegschaftsvertreter nach heftigem Ringen über die Bedingungen, die eine Fusion der Stahlsparten von Thyssen-Krupp und Tata mit Zustimmung der Belegschaft möglich machen soll“ (Handelsblatt 22.12.2017).

Wer hat uns verraten? IGM-Bürokraten! 
Während die TK-Delegation in Ijmuiden auf der Bühne stand, handelten Wetzel & Co. ein Separat-Abkommen mit Hiesinger aus. Es wurde nicht nur das Ultimatum von Hiesinger erfüllt, der einen Verhandlungsentwurf vorlegen sollte, sondern direkt von den IGM-Bürokraten angenommen. Damit ging nicht nur die Spaltungspolitik der TK- und Tata-Vorstände auf. Damit ist die IG Metall-Bürokratie den KollegInnen in Ijmuiden und unserem Kampf gegen die Fusion voll in den Rücken gefallen.

Gefühlte 95 % der Stahlkocher von Thyssenkrupp und Tata sind gegen die Fusion. Doch die IGM-Bürokraten sind für Fusion.

Gerade kamen die Aktionäre unter Druck Gemeinsam sind wir stark! 
Aber es gibt weder einen gemeinsamen Kampf, noch gemeinsame Verhandlungen. Bereits vorher hatten die IGM-Bürokraten einen Separat-Abkommen bei HKM abgesegnet, mit dem uns in den Rücken gefallen wurde.

„Das Thyssenkrupp-Management um Vorstandschef Heinrich Hiesinger gerät zusehends unter Druck“, meldete die Rheinische Post am 14.12.17. Und: „Investoren wie der Finanzinvestor Cevian oder die Fondsgesellschaft Union Investment üben inzwischen auch öffentlich Kritik“. Die Aktionäre wollten so schnell wie möglich den Stahlbereich abstoßen, um endlich höhere Profite zu machen. Statt dies auszunutzen, haben die IGM-Bürokraten unseren Kampf verraten.

Was ist die (Geheim)Vereinbarung wert?
Zwar gibt es ein Verhandlungsergebnis. Auch erklärte IGM-Bezirksleiter NRW, Giesler: „Die Tarifkommission hat heute beschlossen, dass wir den Mitgliedern die Zustimmung zum Ergebnis empfehlen werden“. Aber das vollständige Verhandlungsergebnis ist vorerst für die Masse der IGM-Mitglieder und Stahlkocher geheim. Die VKL Thyssenkrupp veröffentlicht nur Teilausschnitte des Textes.

  • Deshalb fordern wir die sofortige, vollständige Offenlegung des Vertragstextes!

  • Jeder Stahlkocher muss in Ruhe die vollständige Vereinbarung prüfen können!

Dafür braucht es vielleicht auch Hilfestellung eines Anwalts oder Wirtschaftsberaters. So viel Zeit muss sein. 

Doch eins ist jetzt schon klar. Der sog. „Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen“ über 9 Jahre ist nur dann sein Papier wert, wenn Thyssenkrupp für den Lohn / das Gehalt jedes einzelnen Stahlkochers eine Bankbürgschaft über 9 Jahre abschließt. Alles andere ist Augenwischerei.

Ein Leerstück in Sachen Demokratie
Ihre Spaltungspolitik wollen sich die Wetzel & Co. durch eine Abstimmung von uns absegnen lassen. Damit wollen sie ihre Verantwortung für den Abbruch des Kampfes gegen die Fusion auf uns alle abwälzen.

Das Verhandlungsergebnis bei HKM dient den Bürokraten als Vorbild. Dort gab es auf der Betriebsversammlung kein ausführliches Pro und Contra, sondern nur eine Einleitung für die Annahme des Verhandlungsergebnisses. Ein Co-Referat mit Kritik gab es nicht. Es gab auch keine geheime Abstimmung, sondern den KollegInnen wurden rote und grüne Karten in die Hand gedrückt. Nicht wenige Stahlkocher fühlten sich durch das undemokratische Verfahren unter Druck gesetzt.

Und wenn die Abstimmung genau so undemokratisch abläuft wie die Aufstellung der IG Metall-Liste zur Betriebsratswahl bei TKS Hamborn-Beeckerwerth, wo von den ersten 40 Kandidaten sieben (!) überhaupt nicht gewählt , sondern gesetzt wurden (darunter die Spitzenkandidaten Nasicol, Wittig und Gawlik), dann gute Nacht.

RIR, 23.12.2017 



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Thyssenkrupp & Bundesregierung
U-Boote für Atomraketen!
Die Werft HDW gehört zur Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Dort wurden bisher 5 U-Boote für Israel gebaut. Ein weiteres steht vor dem Stapellauf. Sie dienen Israel als Atomwaffenträger.

Als das erste der drei U-Boote der Dolphin-Klasse an Israel ausgeliefert wurde, schrieb die bedeutendste Militärzeitschrift Jane`s Defense Weekly: Israel rüste die U-Boote mit einer Sub-Harpoon-Rakete für Atom-Sprengköpfe aus. Dafür leistete TKMS die Vorarbeit durch Einbau übergroßer Torpedorohren 65 cm. Nur aus denen kann eine Sub-Harpoon unter Wasser abgeschossen werden (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Dolphin-Klasse).

Geld ist genug da
Die BRD zahlte die 450 Mio. Euro für die ersten beiden U-Boote ganz und 112,5 Mio. Euro für die Tekuma (50%). Die drei U-Booten der Tanin-Klasse kosten uns Steuerzahler 508 Mio. Euro bei (33 %). Ende Oktober 2017 beschloss die Bundesregierung, die drei geplanten Ersatzbauten für die Dolphin-Klasse ebenfalls mit 33% subventionieren. Thyssenkrupp verdient sich an den U-Booten eine goldene Nase. Unsere Steuergelder wandern direkt in die Taschen der TK-Aktionäre.

Atomrüstung angeheizt
Die BRD protestierte gegen die Atomrüstung des Iran und Nordkoreas. Gleichzeitig wird die Atommacht Israel aufgerüstet. Glaubwürdig ist nur der Verzicht auf alle Atomwaffen.

Stahl für alle Seiten?
Liefert Thyssenkrupp auch Stahl für deutsche Waffen, mit denen die Diktatoren Saudi-Arabiens die jemenitische Bevölkerung in den Hungertod treiben? 




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Besser als nichts!
Zu wenig, um zu beeindrucken!

7.500 Stahlarbeiter demonstrierten am 22.9. in Bochum gegen die Fusion mit Tata-Steel, Standortschließung und Arbeitsplatzvernichtung. Zu viel steht bei Thyssenkrupp Steel auf dem Spiel. Zu wenige demonstrierten von TKS Bochum, Tor Süd zum Kolosseum. Warum fand die Kundgebung nicht vor dem TK-Hauptquartier in Essen statt, wo doch viele Angestellte betroffen sind?



Das bis heute andauernde Betteln der Spitzenbetriebsräte und IGM-Bürokraten doch endlich vom TK-Vorstand richtig informiert zu werden, war eine Einladung zum Draufsatteln. Hiesinger hat sich gesagt: Mit denen kann ich es machen. Die lassen sich alles gefallen. Nur ein Vollstreik kann ihm Beine machen.






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Ausgliederung zustimmen, um Fusion zu verhindern?
Weder Pest noch Cholera!
Die „Heuschrecke“ Cevian und die sog. „Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat“ wollen gemeinsam für die Abspaltung der TK-Steel von Thyssenkrupp stimmen (Manager Magazin 12.9.17), um eine Fusion mit Tata-Steel zu verhindern.

Wir wissen nicht, ob die Meldung richtig ist. Wir trauen aber den sog. Arbeitnehmervertretern“ fast alles zu … vor allem, dass sie umfallen.

Ohne Kampf auf 50% verzichten?
Redeten die IGM-Bürokraten und Spitzenbetriebsräte auf der Kundgebung am 3. Mai in Hüttenheim und auf der a. o. Betriebsversammlung am 11. Mai nicht gegen Fusion und gegen Ausgliederung aus dem TK-Konzern? Und jetzt wollen sie ohne ernsten Kampf 50 % unserer Forderungen fallen lassen? Das nennt man rückgratlos!

Ohne eigene Perspektive
Und war nicht die „Heuschrecke“ Cevian auf allen Kundgebungen und Betriebsversammlungen der Hauptfeind von Back, Segerath, Wetzel & Co.? Mal mobilisieren sie für Hiesingers Extra-Profite nach Brüssel. Mal wollen sie mit ihrem Hauptfeind Cevian gegen die Ausgliederung stimmen. Aber nie machen sie eigenständige Arbeiterpolitik unabhängig von den verschiedenen Kapitalfraktionen.

Weder Fusion noch Ausgliederung
Fusion oder Ausgliederung? Beides heißt Vernichtung von vielen Arbeitsplätzen. Die Cholera der Ausgliederung ist keine Alternative zur Pest der Fusion. Hatte nicht selbst Minister Gabriel vor Tor 1 von der „Verstaatlichung“ geredet? Allein die entschädigungslose Enteignung von Thyssenkrupp (der Aktienpakete der Kruppstiftung, von Cevian und der Banken) bietet eine eigenständige Perspektive für den Kampf. Der § 2 (4) der IG Metall-Satzung fordert unter „Aufgaben und Ziele der IG Metall“ insbesondere die „Überführung von Schlüsselindustrien und anderen markt- und wirtschaftsbeherrschenden Unternehmen in Gemeineigentum“.

Daran halten wir fest. Dafür demonstrieren wir am 22. September in Bochum!



RIR 12.09.2017





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„Deutsche Stahl AG“
Wahlkampfgetöse oder ernsthafter Vorschlag?

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) lehnt eine „Deutsche Stahl AG“ ab. Auf der Sommerpressekonferenz sagte sie zu einer „nationale Stahllösung“: „Wir wollen eine Stahlindustrie in Deutschland (...) Welche Option dafür wirtschaftlich die günstigste ist, müssen die Unternehmen selbst entscheiden“ (Sommerpressekonferenz 29.08.17). Nach Merkel liegt die Entscheidung über Tausende von Arbeitsplätzen allein bei Hiesinger & Co – also bei den Kapitalisten und ihren Managern. 

Gabriels drei Meinungen
Die Idee einer „Deutsche Stahl AG“ hatte SPD-Minister Gabriel in die Diskussion gebracht. Gabriel hat dazu zwei Meinungen. Eine vor der Bundestagswahl und eine vom letzten Jahr. Damals sagte er: „Ich bin kein großer Freund der Idee einer ,Deutschen Stahl AG’, weil die Konsequenz vermutlich wäre, dass Arbeitsplätze in unserer Industrie wegfallen, obwohl die ineffizienten Stahlwerke im Ausland stehen“ (13.04.2016 der westen). Von der Verstaatlichung, die Gabriel vor 7000 Stahlkochern auf der Kundgebung am 11. April 2016 vor Tor 1 in Hamborn vorschlug, ist längst keine Rede mehr. Damals hatte Gabriel die IG Metall links überholt und betont, wie sinnvoll einst die Verstaatlichung von Salzgitter gewesen sei, um Arbeitsplätze zu retten. Gabriel vor Thyssenkrupp: „Um nichts anderes geht es heute hier“.

Plakat vor dem Bildungszentrum der ThyssenKrupp Steel in Duisburg-Bruckhausen.
Was die Stahlkapitalisten wollen
Während uns Hiesinger und die IG Metall-Bürokratie den „Billigstahl aus China“ als Bedrohung unserer Arbeitsplätze verkaufen wollen, ist 2016 die Auslastungsquote der Stahlwerke in Deutschland auf 86 Prozent hochgeschnellt. Das ist „im internationalen Vergleich ein außerordentlich hoher Wert , so Prof. Dr. Roland Döhrn, Konjunkturchef des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung“, um 2017 sogar noch zu steigen (Technik Einkauf 14.7.2017). Das deutet nicht daraufhin, dass die Stahlwerke in Deutschland von China niederkonkurriert werden. Die Hetze gegen China oder gegen die EU-Kommission in Sachen Emissionshandel ist nur eine Ablenkung von unseren wirklichen Gegnern – den Stahlkapitalisten und ihren Managern wie Hiesinger.

Die 5 größten Stahlmultis
Tatsächlich wird der Weltstahlmarkt wie jeder Weltmarkt von einigen wenigen multinationalen Konzernen (Multis) beherrscht. Das sind:


Diese 5 Multis erzielen durch ihre Marktmacht Extra-Profite auf dem Weltstahlmarkt. Der weitaus größte von ihnen ist ArcelorMittal, der seinen Sitz in Luxemburg hat. Luxemburg liegt bekanntlich nicht in China, sondern ist der Finanzplatz der EU. Während die Multis durch fortschreitende Kapitalkonzentration erheblich zu ihrer Selbstfinanzierung beitragen, ist die Eigenkapitalquote bei Thyssenkrupp erschreckend niedrig. Thyssenkrupp fehlen vor allem die Mittel zur beschleunigten technologischen Erneuerung, die eine Quelle von weiteren Extra-Profiten ist. Um selbst Marktmacht aufzubauen, will Hiesinger die Fusion mit Tata-Steel Europe. Eine neue TK-Tata Steel könnte zu den großen Fünf aufschließen.

Plan B - die „Deutsche Stahl AG“
In einer „Deutschen Stahl AG“ könnten sich die Thyssenkrupp Steel (17,24 Mio. Tonnen Rohstahl), die Salzgitter Stahl AG (7 Mio. Tonnen) und Georgsmarienhütte (Kapazität 900.000 Tonnen) zu einem neuen Stahlkonzern zusammenschließen. Der hätte rechnerisch eine Produktion von 25 Mio. Tonnen Rohstahl. Damit läge die „Deutschen Stahl AG“ an 10 Stelle in der Weltrangliste. Das wäre immer noch zu wenig, um die Vorherrschaft der großen Fünf auf dem Weltstahlmarkt auch nur anzukratzen. Unter kapitalistischen Gesichtspunkten würde eine solche Vereinigung ebenso der Zusammenlegung, Anlagenschließung und der Vernichtung tausender Arbeitsplätze dienen wie eine Fusion mit Tata-Steel.

Eine Vereinigung von Thyssenkrupp Steel, Salzgitter Stahl AG und Georgsmarienhütte macht nur dann Sinn, wenn sie auf der entschädigungslosen Enteignung der beteiligten Unternehmen und einer Arbeitsplatzgarantie für alle Stahlarbeiter basiert.

RIR 01.09.2017




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Werksschließung Emden
Da hilft nur noch Betriebsbesetzung!
Der Vorstand von Thyssenkrupp hat beschlossen, den TKMS-Standort Emden (Marineschiffbau) zu schließen. Davon wären direkt 220 KollegInnen betroffen. Insgesamt sollen in der Sparte Industrial Solutions 1.500 Arbeitsplätze, davon 1.000 in Deutschland, abgebaut werden. Auf der Jagd nach Profiten liegen für den Thyssenkrupp-Vorstand die „Lösungen“ immer im Personalabbau.

Langsam, eingefahren und ineffizient?
Nimmt man die Konzernmitteilung Wort für Wort, dann arbeiteten die ´lieben Mitarbeiter` in Emden langsam, eingefahren und ineffizient. Denn wie die Emder Zeitung vom 1.9.2017 berichtet: „Der Konzern begründete das Aus für den Emder Standort damit, dass man „´schneller, flexibler und effizienter` werden muss“. Nachdem Hiesinger also auch noch den Ruf unserer Emdener KollegInnen, der Techniker und Schiffsingenieure, kaputt gemacht hat, sollen sie zu Standorten in Bremen, Hamburg oder Kiel wechseln.

Konzernbetriebsrat und IG Metall auf Tauchstation
Der TKMS-Standort Emden soll geschlossen werden. Thyssenkrupp-Steel soll aus dem Konzern ausgegliedert und mit Tata-Steel oder sonst wem fusioniert werden. Dort sind bis zu 5.000 Arbeitsplätze gefährdet. Allein im Angestelltenbereich sollen 2.500 Arbeitsplätze vernichtet werden.

Obwohl Betriebsräte und hohe IGM-Funktionäre (ex IGM-Vorsitzender Wetzel!) die Aufsichtsratsgremien bevölkern und dafür fette Aufwandsentschädigungen abziehen, gibt es keine frühzeitige konzernweite Informationspolitik, keine konzernweite Gegenwehr, keine Strategie, um Hiesingers Klassenkampf von oben zu begegnen. Das Ganze nennt sich „paritätische Mitbestimmung“. Was tun bei Thyssenkrupp hat Strafanzeige gegen die Hiesinger, Burkhard, Kaufmann und Kerkhoff gestellt (http://riruhr.de/). Ist es nicht die Aufgabe der Betriebsratsgremien und der IG Metall, gegen den TK-Vorstand eine härtere Gangart einzulegen? Aber deren CDA- und SPD-Mitglieder wollen vor den Bundestagswahlen den Ball flach halten.

Das Beispiel der AG Weser
Als 1983 die Werft AG Weser in Bremen-Gröpelingen geschlossen werden sollte, stießen die Unternehmenspläne auf entschlossen Widerstand der Belegschaft und ihres Betriebsrates um Hans Ziegenfuß. Die Belegschaft besetzte im September 1983 den Betrieb. Das schaffte bundesweite Öffentlichkeit gegen die Vorstandspläne. Und das ist genau der richtige Schritt, um Hiesingers Klassenkampf von oben eine passende Abfuhr von unten zu erteilen. Und jetzt vor der Bundestagswahl ist genau der richtige Zeitpunkt, um die Politik durch eine öffentlichkeitswirksame Besetzung unter Druck zu setzen.

Bei einer Betriebsbesetzung gibt es genug Zeit und Möglichkeiten, um über eine Rüstungskonversion nachzudenken. Denn Kriegsschiffbau hat tödliche Spätfolgen.

Auf nach Essen!
Hiesingers Kahlschlagpolitik betrifft alle Sparten des TK-Konzerns. Wir haben schon an anderer Stelle in der was tun vorgeschlagen, alle KollegInnen aus allen Branchen gemeinsam vor die Konzernzentrale nach Essen zu mobilisieren. Auf nach Essen! Belagern wir das Hauptquartier!

RIR 02.09.2017



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TKS-Essen:
Strafanzeige gegen den Vorstand der Thyssenkrupp AG
Für die was tun bei Thyssenkrupp-Steel hat ihr Sprecher Peter Berens bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Vorstand der Thyssenkrupp AG und seine Mitglieder gestellt. 

Seit mindestens 1 ½ Jahren verhandelt der Thyssenkrupp-Konzern mit dem indischen Konzern Tata-Group über die Fusion der Thyssenkrupp-Steel mit der Tata-Steel-Europe. 

Den Aussagen führender IG Metall-Funktionäre und Betriebsräte auf einer Kundgebung am 3. Mai in Hüttenheim, auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung der TK-Steel am 11. Mai und zahllosen Äußerungen in der Presse ist zu entnehmen, dass der Betriebsrat der Thyssenkrupp-Steel Hamborn-Beeckerwerth, der Konzernbetriebsrat Thyssenkrupp und der Wirtschaftsausschuss vom Konzernvorstand um Herrn Hiesinger nur äußerst unzureichend bzw. gar nicht über die Fusionsverhandlungen mit Tata unterrichtet werden. 

Damit verstoßen nach Ansicht der was tun die Dr. Hiesinger, Burkhard, Dr. Kaufmann und Kerkhoff gegen ihre gesetzliche Informationspflicht, wonach sie die Betriebsverfassungsorgane über den „Zusammenschluss mit anderen Betrieben“ „rechtzeitig und umfassend“ zu unterrichten haben bzw. über den „Zusammenschluss oder die Spaltung von Unternehmen oder Betrieben“ zu unterrichten und mit ihnen zu beraten haben. 

In der fortwährenden Verweigerung der gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflicht über die Fusionsverhandlungen sieht was tun eine Straftat gegen die genannten Betriebsverfassungsorgane und ihre Mitglieder. 

RIR 



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5000 Arbeitsplätze bei Thyssenkrupp-Steel gefährdet
Und sie grinsen frech dazu!
In der we-Information vom 11. Juli und der nachfolgenden von Steel Europe erläutern TK-Vorstand und TKS-Geschäftsführung die geplanten Abbaumaßnahmen. 2500 KollegInnen sollen im Angestelltenbereich ihre Arbeitsplätze verlieren.

Kapitalistischer Dreisatz: Als das 500 Millionen Euro-Kürzungsprogramm im Stahlbereich bekannt wurde, hatte der Betriebsrat von 4.000 Arbeitsplätzen gesprochen, die gefährdet sind. Noch auf der a.o. Betriebsversammlung leugnete dies die Geschäftsführung des Stahlbereichs. Doch plötzlich teilt uns Hiesingers Schuhputzer Goss mit, dass „in diesem bereits kommunizierten Kostenziel“ von „insgesamt 500 Millionen Euro“ „die angestrebten Einsparungen in der Verwaltung in Höhe von 60 Millionen bereits enthalten (sind)“. Wenn der „vorgesehene Abbau (…) in der Verwaltung“ allein bei TKS „bis 600 Stellen“ beträgt, dann würden umgerechnet im Stahlbereich bis zu 5000 Arbeitsplätze vernichtet werden.

Was gibt es da zu grinsen, Herr Hiesinger? Während der Konzernvorstand den lieben „Kolleginnen und Kollegen“ die katastrophale Botschaft in den we corporate news präsentiert, grinsen Hiesinger, Burkhard, Kaufmann und Kerkhoff frech in die Kamera.

Was gibt es da zu grinsen Herr Hiesinger, wenn Sie tausende Arbeitsplätze vernichten?

Was ist daran so witzig, Herr Burkhard, wenn Sie tausende Existenzen aufs Spiel setzen?

Finden Sie es lustig, Herr Kaufmann, wenn Sie das soziale Elend in Duisburg drastisch vergrößern?

Macht es Spaß, Herr Kerkhoff, wenn Sie tausenden Menschen das Gefühl vermitteln, überflüssig zu sein?

Wer einmal von einer Abbauwelle betroffen war, weiß, dass die Auswirkungen bis hin zum Selbstmord reichen können. Die grinsenden Multimillionäre aus der Vorstandsetage haben nicht nur jede Bodenhaftung verloren. Sie besitzen auch nicht den geringsten Anstand.

Eine oder zwei Fusionen? 
Bisher starrten alle auf die Fusion von Thyssenkrupp Steel mit Tata-Steel. Doch was wird aus dem Thyssenkrupp-Konzern? Ist Steel weg, ist der Weg des Konzerns für die Fusion mit Siemens frei. Ist das der Auftrag, mit dem Hiesinger vom Aufsichtsratsvorsitzenden Cromme von Siemens nach Thyssenkrupp geschickt wurde? Die immer neuen Kostensenkungsprogramme für alle Bereiche zeigen genau in diese Richtung.

Es geht um alles und alle! 
Es geht nicht nur um Stahl. Es geht um die drohende Zerschlagung des ganzen Konzerns. Wenn wir ihn nicht stoppen, wird Hiesinger in die Firmengeschichte als Totengräber von Thyssenkrupp eingehen. Wir müssen alle aus allen Business Areas mobilisieren. Wer redet noch vom G20-Protest, wenn wir StahlarbeiterInnen erst einmal richtig loslegen?!!

RiR 15.07.17

Artikel als PDF downloaden: Jetzt 5000 Arbeitsplätze bedroht





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Stasimethoden in der IG Metall NRW entgegentreten!
Rücktritt von Knut Gieseler, IG Metall-Bezirksleiter NRW, und Dieter Lieske, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Duisburg, gefordert!
Für die was tun bei Thyssenkrupp-Steel hat ihr Sprecher, Dr. Peter Berens, den Vorsitzenden der IG Metall NRW, Knut Gieseler, und den 1. Bevollmächtigten der IGM-Duisburg und stellv. Mitglied im Vorstand des DGB-Stadtverbandes Duisburg, Dieter Lieske, zum Rücktritt aufgefordert.

Aus den Schreiben:
„Am Rande der Kundgebung der Stahlkocher am 3. Mai in Hüttenheim kam es zu einem Einsatz der Polizei gegen zwei Dutzend linke GewerkschaftskollegInnen, die ein eigenes Megafon benutzten.

Das Blatt Stahlkocher schrieb dazu: ´Dieter Lieske, erster Bevollmächtigter der IG-Metall und SPD-Ratsmitglied in Duisburg, passte in seinem Antikommunismus diese Richtung nicht. Er stiftete die Polizei zu einem rechtswidrigen Einsatz an, um die Solidaritätsdelegation der internationalistischen Liste/MLPD auszugrenzen. Gewaltsam wurde v.a. gegen Gabi Gärtner vorgegangen und einzelne Teilnehmer zu Boden gestoßen` (Stahlkocher Extra 4, 13. Jahrg., 10.5.2017).

Demnach ging der Polizeieinsatz auf Dieter Lieske zurück.

Tatsächlich hatte aber nicht nur die Gewerkschafterin Gabi Gärtner von der MLPD an dem Mikrofon geredet, sondern auch mehrere Kollegen aus dem Stahlbereich. Es sprach Gerd Pfisterer, früherer Betriebsrat bei Krupp Rheinhausen. Es sprachen zwei Kollegen von Thyssenkrupp-Steel: Peter Römmele und Markus Stockert. Beide sind Mitglieder der Vertrauenskörperleitung von Thyssenkrupp-Steel.

Damit richtete sich der Polizeieinsatz gerade gegen Stahlarbeiter und besonders gegen zwei Mitglieder der Vertrauenskörperleitung von Thyssenkrupp-Steel.

Dass ein 1. Bevollmächtigter der IG Metall die Polizei zu einem Einsatz u. a. gegen zwei Mitglieder der Vertrauenskörperleitung des größten Stahlbetriebes in Deutschland anstiftet, ist bereits ein Skandal für sich.

Noch empörender ist, dass damit Dieter Lieske Stasi-Methoden in die Gewerkschaftsbewegung einführt. Es handelt sich deshalb um Stasi-Methoden, weil von Lieskes Seite versucht wird, Meinungsverschiedenheiten über unterschiedliche gewerkschaftspolitische Ansätze nicht mit Mitteln der Diskussion, sondern mit dem Polizeiknüppel auszutragen.

Ich fordere Knut Gieseler als IG Metall-Bezirksleiter NRW zum Rücktritt auf, weil er die gewerkschaftspolitische Verantwortung für die Kundgebung trägt, auf der sich der schlimme Vorfall ereignete.

Ich habe ebenfalls Dieter Lieske aufgefordert, als 1. Bevollmächtigter der Duisburger IG Metall und als stellvertretendes Mitglied im Vorstand des DGB-Stadtverbandes Duisburg zurückzutreten.

Außerdem habe ich den Vorstand des DGB-Stadtverbandes aufgefordert, eine Untersuchungs-kommission einzusetzen, die prüft, ob es Dieter Lieske war, der am 1. Mai 2017 und am 1. Mai 2016 den Polizeieinsatz gegen linke Gewerkschafter (mit Megafon) auf dem Sammelplatz der DGB-Demonstration vor dem Amtsgericht Hamborn bei der Polizei angeregt hatte.

Mit Stasi-Methoden fahren Sie die IG Metall an die Wand!



Dr. Peter Berens
seit Mai 1971 Gewerkschaftsmitglied und seit Jahrzehnten Mitglied der IG Metall. 




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Der 49 %-Trick bei Thyssenkrupp
Für wie blöd haltet ihr uns?
Hiesinger will keine Minderheitsbeteiligung. Er tut nur so. Jetzt darf Back bellen.

Wie kann Hiesinger die Fusion mit Tata-Steel durchziehen und können Back und Wetzel gleichzeitig einen Sieg im Abwehrkampf landen?

Aus der Trickkiste der Stahlindustriellen
Der Trick von Stanley Matthews war genial. Der Trick von Pogba gegen Kimmich war einfach, aber wirkungsvoll. Außer genialen und einfachen Tricks gibt es dumme Tricks. Ein saudummer Trick des Kapitals heißt: plötzlich draufsatteln. Will ich einen Bereich dicht machen, drohe ich plötzlich, das ganze Werk zu schließen. Betriebsratsspitze und Gewerkschaftsbürokraten dürfen dann das Werk „retten“, können aber „leider, leider“ die Schließung des Bereichs nicht verhindern. Ähnlich läuft es jetzt mit der Fusion.

Als die Medien den bevorstehenden Abschluss der Fusionsverhandlungen meldeten, kam Hiesingers angeblicher Wunsch nach einer Minderheitsbeteiligung so überraschend wie ein Schlaganfall. Kaum wird Hiesingers angeblicher Plan veröffentlicht, bietet sich für Konzernbetriebsrat Segerath und den ex IGM-Vorsitzenden Wetzel ein neues Angriffsziel. Und später heißt es dann: Die Minderheitsbeteiligung haben wir verhindert, aber gegen die Fusion waren wir „leider, leider“ machtlos.

Interessiert am Weiterlesen? Hier gehts zum vollständigen Artikel: Extra-Ausgabe Was tun 09 /2017 




Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet -



Aus der Geschichte lernen, um Geschichte zu machen
Wer aus der Geschichte der revolutionären ArbeiterInnenbewegung des Ruhrgebiets lernen will, sollte sie erst einmal kennen.

Wer kennt schon die Gruppe Der Kampf, die ausgehend von Duisburg gegen den Ersten Weltkrieg kämpfte? Wer kennt die basisdemokratische und revolutionäre Union der Hand- und Kopfarbeiter, die 1924 die stärkste Gewerkschaft der Bergarbeiter im Ruhrgebiet (und auch bei Thyssen in Hamborn) war? Wie konnte es kommen, dass die avantgardistische Union von der KPD zerschlagen wurde? Und wer kennt den ArbeiterInnenprotest innerhalb der Ruhr-KPD gegen ihre Bürokratisierung durch die Bezirksleitung um Florin und Ende bzw. durch die Parteiführung um Thälmann und Meyer? Welche Rolle spielte bei der Durchsetzung des Stalinismus die Umstellung der KPD von der Wohngebiets- auf eine Betriebszellenorganisation?

Peter Berens Dissertation „Die ´Atomisierung` der KPD zwischen 1923-1927 am Beispiel des KPD-Bezirks Ruhrgebiet“ versucht, einige Lücken in der Historischen Kommunismusforschung zu schließen.



RIR 19.06.2017



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Leserbrief an die Metall Zeitung

Der unten stehende Leserbrief zur Berichterstattung über die Kundgebung der IG Metall am 3. Mai vor Thyssenkrupp Hüttenheim wurde von mir am 6. Juni an die Redaktion der Zeitung Metall gemailt. Für die Redaktion der Metall lehnte Kollegin Koppelberg am 13. Juni die Veröffentlichung ab, weil der Leserbrief nur Insider interessiere, aber die meisten LeserInnen der Zeitung nicht. Im vorausgegangen Mail-Wechsel hielt Kollegin Koppelberg meinen Stasi-Vergleich für stark überzogen. In meiner Antwort fand ich das auch deshalb nicht, weil die Polizei bereits am 1. Mai 2016 beim DGB-Sammelpunkt vor dem Hamborner Rathaus auf die MLPD losgelassen worden war. 

Peter Berens




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Die Landtagswahl und der Klassenkampf
Welchen Einfluss hatte der Kampf der StahlarbeiterInnen bei Thyssenkrupp Steel und HKM auf die Landtagswahl?

Die Wahl in NRW ergab Stimmengewinne für den neoliberalen Block. CDU, SPD, FDP und Grüne bekamen zusammen 7 Mio. Zweitstimmen. Das sind ca. 350.000 Stimmen mehr als 2012. Die rechten Parteien AfD, NPD, Die Rechte und REP erzielten 663.000 Zweitstimmen (2012: 40.007 Stimmen). Die Linke bekam 415.000 Zweitstimmen (2012: 194.000).

Obwohl die Lage bei Thyssenkrupp-Steel und beim Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HKM) durch die Medien ging, waren drohende Fusion, Ausgliederung und Entlassungen keiner einzigen Partei ein eigenes Wahlplakat wert.

Interessiert am Weiterlesen? Hier gehts zum vollständigen Artikel: Die Landtagswahl und der Klassenkampf


Drohende Fusion, Ausgliederung und Entlassungen: Keiner einzigen Partei war es ein Wahlplakat wert!





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Stahlkonferenz der Linkspartei diskutiert Vergesellschaftung
Am 24.03.2017 veranstaltete die Linkspartei eine Stahlkonferenz in Duisburg-Hamborn. In der offenen Debatte wurde kontrovers über den Emissionshandel, die Schutzzollpolitik, die Perspektive der Vergesellschaftung und oppositionelle Politik im Betrieb diskutiert.

Zwar kamen nur 35 Interessierte zur Stahlkonferenz der Partei Die Linke, doch das politisch und sozial recht unterschiedliche Spektrum versprach eine interessante Debatte.

Hier gehts zum vollständigen Artikel: Stahlkonferenz der Linkspartei in Hamborn

Sie ist ausschnittweise auf Bottrop TV zu sehen (www.riruhr.de/youtube.com/watch?v=7Qd8clm2Rew). 





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Alles spricht über „Armutsflüchtlinge“ 
Keiner redet über die Ruhr - Milliardäre!
Über eintausend Menschen aus dem ganzen Ruhrgebiet demonstrierten gegen den AfD-Landesparteitag in Oberhausen.

1 % Reiche und Superreiche in der BRD besitzen ein Vermögen von 2,84 Billiarden Euro. Das ist ein Drittel des Gesamtvermögens. Rund 41 Millionen Menschen (= 50 %) haben 217 Mrd. Euro. Für die Reichen und Superreichen sind das durchschnittlich 3,46 Millionen Euro. Für die 50 Prozent sind es jeweils 5292,68 Euro.

Wer ein Fahrrad klaut, bekommt eine Strafanzeige. Wer bei Thyssenkrupp 13 Mrd. Euro mit Fehlinvestitionen in Amerika verbrennt, bekommt wie Herr Gerhard Cromme den Verdienstorden des Landes NRW.

Kundgebung gegen den Landesparteitag der AfD in Oberhausen am 29.01.2017:

  • Der AfD-Parteitag beginnt um 10:00 Uhr. Einlaß zum Parteitag ist von 8:00 – 10:00 Uhr. Von 10:00 bis ca. 14:00 Uhr ruft der DGB Oberhausen vor dem Rathausplatz zur Kundgebung auf.

  • Ab 12:00 Uhr ruft die Antifa NRW zur Kundgebung auf, Sammelplatz Hauptbahnhof Oberhausen.




RiR-Flyer zum Download: Gerne können Sie unsere Flyer hier herunterladen, ausdrucken und verteilen. Bitte beachten Sie, dass die hier zur Verfügung gestellten Flyer nicht verändert werden dürfen. 



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Vorsicht: Satire! Viel Spaß! 




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Duin gegen Landesbeteiligung bei Thyssenkrupp
Wie die SPD den Stahlarbeitern in den Rücken fällt
Wirtschaftsminister Duin lehnt den vom Konzernbetriebsratsvorsitzenden Segerath vorgeschlagenen Einstieg des Landes NRW bei Thyssenkrupp Steel ab.

Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats von Thyssenkrupp, Segerath, sieht in einer Beteiligung des Landes NRW an Thyssenkrupp Steel „grundsätzlich eine gute Sache“. Seinen Vorschlag lehnte Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) umgehend mit den Worten ab: „der Staat ist nicht der bessere Unternehmer“. Damit fallen Duin und die sozialdemokratische Landesregierung den Stahlarbeitern in den Rücken.

Im Schnelldurchgang abgelehnt
Viel Zeit, Segeraths Vorschlag zu prüfen, nahm sich die SPD-Landesregierung nicht. Am 10.9. erschien der Vorschlag des KBR-Vorsitzenden in den Medien. Fünf Tage später erklärte Duin seine Ablehnung. Für den Vorschlag des TK-Vorsitzenden Hiesinger, mit Tata-Steel zu fusionieren, nimmt sich das Kabinett um Hannelore Kraft erheblich mehr Zeit.
Dabei war Duin erst im März auf einer Betriebsversammlung bei Thyssenkrupp Steel zu Gast gewesen. Der Zeitpunkt war kein Zufall. Schließlich wollten die Stahlindustriellen im Schulterschluss mit der SPD-Landesregierung gegen Auflagen der EU für den Emissionshandel angehen.

Duins Verständnis von „fairem Wettbewerb“
Duins Rede am 2. März war voller Widersprüche. Erst prangerte er die übermächtige chinesische Konkurrenz auf dem Weltstahlmarkt an und spielte sich als Verteidiger eines „fairen Wettbewerbs“ auf. Dann forderte er die EU vor den Stahlarbeitern auf, „den Chinesen“ „klare Kante“ zu zeigen. Was die angedeuteten Konsequenzen gegen chinesische Stahlimporte mit „fairem Wettbewerb“ zu tun haben, weiß wohl nicht einmal Duin. Der Herr Landeswirtschaftsminister zeigte sich als eifriger Lobbyist der Stahlwirtschaft. Duin forderte nicht nur, energieintensiven Unternehmen beim Emissionshandel kostenlose Zertifikate zur Verfügung zur stellen, sondern auch, die indirekten CO²-Kosten auf die Strompreise abzuwälzen. Dabei hatten Thyssenkrupp und andere deutsche Stahlkonzerne in der Handelsperiode 2005 – 2012 ca. 763 Mio. Euro Extraprofite im Emissionshandel gemacht. Es war also Duin, der auf der Betriebsversammlung mit nationalistischen bis rassistischen Tönen versuchte, die Stahlarbeiter gegen „die Chinesen“ und die „asiatische Dumpingkonkurrenz“ aufzuhetzen.

Hauptdarsteller im Ablenkungsmanöver
Im März war längst klar, dass Thyssenkrupp in Fusionsverhandlungen stand. Für Hiesinger & Burkhard war die Mobilisierung am 11. April gegen den EU-Emissionshandel ein geniales Ablenkungsmanöver, die Ausgliederung des Stahlbereichs aus dem TK-Konzern und die Fusion ohne Proteste der Belegschaft auf die Gleise zu stellen. Duin spielte in Hiesingers Unterhaltungs-Show eine Hauptrolle.
Der Betriebsratsvorsitzende der TKS, Back, bedankte sich am 2. März überschwänglich für Duins Worte, weil „wir“ alle Argumente Duins „auch vertreten“. Back zu Duin: „Sie sind auf unserer Seite“! Ob Back mit „wir“ seine CDA meinte? Aber nicht Duin stellte sich auf die Seite der Belegschaft, auch wenn zu viele KollegInnen seine Ausführungen mit höflichem Beifall bedachten, sondern Back stellte sich auf die Seite Duins und der Stahlindustriellen. Hiesingers Ablenkungsmanöver von der Fusion war so erfolgreich, dass IG Metall-Vertreter vor und auf der Kundgebung am 11. April vor Tor 1 die Tiraden Duins gegen China übernahmen.

Gabriels Vorschlag
Schnell wurde unter dem Druck der Belegschaft klar, dass mit Hetze gegen China eine Fusion nicht zu bekämpfen ist. Auf der Kundgebung am 11.4. hatte Sigmar Gabriel an die Vergesellschaftung der Salzgitter AG erinnert, mit der viele Arbeitsplätze gerettet worden seien. „Um nichts anderes geht es heute hier“, so Gabriel.
Würde an Stelle einer Fusion von TKS mit Tata-Steel oder sonstwem das Land NRW bei Thyssenkrupp einsteigen, könnte das ein Schritt in die richtige Richtung sein – aber nur bei voller Arbeitsplatzgarantie! Denn ansonsten liefe eine Landesbeteiligung darauf hinaus, einen angeschlagenen Konzern mit Steuergeldern wieder profitabel zu machen, um ihn anschließend zu privatisieren.

Kampagne für Vergesellschaftung
Segeraths Vorschlag ist nicht ganz falsch. Es reicht aber nicht, ein Interview zu geben und zu hoffen, ausgerechnet die bürgerliche, neoliberale SPD wird’s richten. Duin und die SPD-Landesregierung stehen auf der Seite Hiesingers und der Stahlbarone. Um eine Landesbeteiligung bei Thyssenkrupp durchzusetzen, darf man nicht auf Hannelore Kraft, sondern nur auf die eigene Kraft der Arbeiterklasse vertrauen.
Man muss eine gut vorbereitete politische Kampagne starten. Die insgesamt 47.000 Stahlarbeiter in NRW können erheblich mehr politischen Druck machen als die Mitglieder aller Parteien zusammen. Aber wie wir aus allen Tarifrunden wissen: Wer 5 % fordert, bekommt keine 5 %! Mit anderen Worten: Wer weniger als die Vergesellschaftung der Stahlindustrie fordert, wird niemals den nötigen politischen Druck entwickeln, um wenigstens das Linsengericht „Einstieg des Landes NRW bei Thyssenkrupp mit Arbeitsplatzgarantie“ durchzusetzen.

Ri


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763 Mio. Euro Gewinn mit Emissionshandel
Wie die Stahlindustriellen Scheiße in Geld verwandeln
Spätestens seit dem VW-Abgas-Skandal wissen wir, wie Konzerne in Umweltfragen lügen und manipulieren.

Nach einer Studie des Ökoinstituts in Freiburg/Berlin hat die deutsche Eisen- und Stahlindustrie von der EU zwischen 2005 - 2012 kostenlose Emissionsberechtigungen im Wert von 5,32 Mrd. Euro zugeteilt bekommen.

Profitables Geschäft für Thyssenkrupp, ArcelorMittal und Salzgitter
Im Zeitraum 2005-2012 hat das „Integrierte Hüttenwerk Duisburg“ von Thyssenkrupp von der EU-Kommission fast doppelt so viele Verschmutzungsrechte bekommen, wie es tatsächlich an CO₂ ausgestoßen hat. Thyssenkrupp bekam kostenlos CO₂-Zertifikate für 2,5 Mrd. Euro, Salzgitter für 1,195 Mrd. € und ArcelorMittal für 1,152 Mrd. €.
Da die kostenlose Zuteilung über den bestätigten Emissionen lag, konnte die Stahlindustrie Zertifikate von 763 Mio. Euro weiter verkaufen, die sie von der EU geschenkt bekommen hatte und nicht benötigt wurden. Thyssenkrupp machte durch die geschenkten Zertifikate zwischen 2005 - 2012 Extra-Profite von 335 Mio. Euro, Salzgitter von 181,5 Mio. Euro und ArcelorMittal von 246,8 Mio. Euro. 

(Quelle: Öko-Institut, Die Zusatzgewinne ausgewählter Branchen und Unternehmen durch den EU-Emissionshandel, Berlin/Freiburg 2014)

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Duisburg: 
Wahlboykott gegen Wetzel & die CDA
Neuwahl Betriebsrat ThyssenKrupp Steel

Bei der Wiederholung der Betriebsratswahl bei ThyssenKrupp Steel im Werk Hamborn-Beeckerwerth boykottierten 5.241 KollegInnen die Wahl. Das sind mehr als für die IG Metall gestimmt haben.
Die Neuwahl des Betriebsrats bei TKS zeigt die aktuelle Stimmung der ArbeiterInnen und Angestellten im größten Betrieb des Ruhrgebiets: 



Die „Alternative“ vertritt bei den Angestellten die Politik, für die auch die IG Metall steht. Beide bilden im Betriebsrat den sozialpartnerschaftlichen Block. Die Liste 2 ist eine gemäßigte Abspaltung der Interessengemeinschaft 35 Stunden-Woche, deren große Mehrheit mit der Belegschaftsliste eine gemeinsame kämpferische Oppositionsliste gebildet hat.

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